Die Freie Debattierliga (FDL) ist der Zusammenschluss dezentral organisierter Debattierturniere im deutschsprachigen Raum zu einem gemeinsamen ganzjährigen Wettbewerb sowohl zwischen Clubs als auch Einzelrednern.
Die FDL-Regeln finden sich hier, Kontaktaufnahme mit den Koordinatoren Sabrina, Nicolas und Philipp ist per E-Mail möglich.

Samstag, 1. August 2015

Die Debateland-Chroniken Teil 1: Die FDL und ihre Waffen

Es war einmal in Debateland, da gab es ein paar verrückte Menschen, die entschlossen sich, den lieben langen Tag nur zu reden. Und weil sie nicht alleine waren mit ihrer Leidenschaft, wurden sie bald mehr und mehr und überall tauchten neue Redner wie Pilze aus dem Boden auf. Aber umso mehr sie wurden, umso aufmerksamer wurden die Monster der Zivilisation: das Geld und die Bürokratie. Um ihnen gerecht zu werden, gründete man einen gemeinsamen Verein, den VDCH. Das Wachstum war nicht mehr aufzuhalten und man gewöhnte sich langsam sogar daran, mit den Monstern Geschäfte zu machen. Luxus gegen Geld, Bürokratie gegen Legalität. Und so wünschten sich einige einen Ort, an dem die Monster nicht mitsprachen und stattdessen die Freiheit regierte; an dem man Partys feiern, bunte Themen diskutieren und ein jeder mitregieren konnte. Ein solcher Ort wurde gefunden und FDL genannt. Aber da auch hieran immer mehr Menschen Gefallen fanden, konnten sich die Monster Geld und Bürokratie langsam mit einschleichen. Sie klopften nicht an die Tür, sie waren einfach plötzlich da. Und es dauerte gar nicht lange, da wurde man sie nicht mehr gänzlich los. Also suchte man sich einen großen Bruder und fand ihn im VDCH. Von da an wurde die FDL geschützt, unterstützt und angehört.
Doch wie kleine Brüder so sind, lassen sie sich ungern reinquatschen - und selbst wenn sich der große Bruder nicht einmischt, fühlen sie sich doch immer beobachtet.

Liebe FDL-Clubs,
nicht nur in Debateland muss man sich manchmal einen großen Bruder suchen. Auch wir haben das vor einigen Jahren getan und uns dem VDCH angeschlossen. Seitdem sehen manche unsere Selbstbestimmung und Freiheit bedroht. Dagegen haben wir jedoch einige Waffen, die wir jederzeit einsetzen können.
Da sind zum Einen unsere gewählten Koordinatoren. In Debateland wären sie so etwas wie die Stadtverwalter, im realen Leben sind sie insbesondere Ansprechpartner. Wann immer ihr ein Anliegen, Problem, Beschwerde, Wunsch oder etwas anderes auf dem Herzen habt, sind wir für euch erreichbar. Unsere Aufgabe ist dabei nicht, Regelungen für euch zu treffen oder Änderungen zu übernehmen, sondern eure Ideen umzusetzen. Wir sind so etwas wie die Hüter der Prinzipien der FDL: die Freiheit, alles zu tun und die Möglichkeit für jeden, überall teilzunehmen. Dabei versuchen wir natürlich, eure Meinungen weiterzuleiten und die Liga so zu gestalten, dass ihr euch darin wohlfühlt.
Aber ihr könnt auch selbst etwas tun. Wenn euch eine Änderung, beispielsweise auf der VDCH-MV, nicht gefällt, dann habt ihr ein Veto-Recht. Wie funktioniert das? Jeder, der in der letzten Saison ein Turnier ausgerichtet oder daran teilgenommen hat, ist automatisch ein Club der Liga. Auf der MV werden dieses Jahr über verschiedene Änderungen in der FDL abgestimmt. Anschließend werdet ihr zu einer weiteren Abstimmung aufgerufen: dafür, dagegen oder per Veto. Eine positive Entscheidung der MV wird nur dann abgelehnt, wenn genügend Gegenstimmen im Nachhinein gesammelt oder ein Veto eingelegt wird. 
Wir heißen zwar Liga, wir haben Koordinatoren und wir gehören irgendwie dem VDCH an - aber letztendlich bestimmt jeder einzelne Club, wie unsere Zukunft aussieht. Mit dem Veto-Recht ausgestattet, ist es unmöglich, uns unsere Freiheit als Liga nehmen zu wollen. Wir müssen nur anerkennen, dass das Monster Geld (und damit der Wunsch nach Sponsoren) bereits in uns steckt und wir unsere Freiheit, jeden auf jedes Turnier zu lassen, nicht zwingend für andere Ideen aufgeben dürfen.

Freitag, 17. Juli 2015

Harry Potter und die wundersamen Reden


Sie leben direkt unter uns. Man merkt sie nicht immer und doch sind sie da. Im Verborgenen üben sie ihre Fertigkeiten an Zauberkugel, Reagenzglas und Besen. Dieses Wochenende trafen sich einige von ihnen in Heidelberg um sich im Fach der magischen Rhetorik zu messen. Zu zauberhaft neuen und innovativ speziellen Ideen wurde die Welt der Zauberer und Hexen diskutiert und beleuchtet. Andrea Gau und Wiebke Nadler hatten sich Themen überlegt, die dem Namen „Trimagisches Turnier“ gerecht wurden und sicher den ein oder anderen Zauberhut qualmen ließen. Infrage stand der sprechende Hut, Dumbledores Plan mit Harry und das Böse ganz an sich. 12 Teams aus 11 Clubs hatten sich der Herausforderung gestellt und nicht nur in drei Vorrunden, sondern auch in Halbfinale und Finale ihr magisches Können unter Beweis gestellt.

Leider sind auch die Hauselfen der FDL nicht vor Fehlern geweiht. In den Berechnungen der letzten Turniere hat sich der Fehlerteufel eingeschlichen und daher den ein oder anderen Punkteabstand verzerrt. Wir entschuldigen uns sehr dafür. Nach Dobbys Vorbild werden wir nicht nur ein schlechtes Gewissen haben, sondern vor Greifswald auch Nachtschichten einlegen um ein definitiv richtiges Ergebnis vor dem letzten Turnier der Saison gewährleisten zu können. Das Ende der Saison wirft seine Schatten voraus und wir sind auf den letzten Metern doch noch einmal über Ziffern, Zahlen, und die eigenen Füße gestolpert. Beschwerden und Kummer nehmen wir auf uns.
Wir geloben nicht nur Besserung, wir möchten auch eine weitere Ankündigung in eigener Sache machen. Die neuen FDL-Koordinatoren haben sich zusammen gefunden. Alt, neu, scheinbar unscheinbar – das neue Jahr hat noch gar nicht begonnen und schon stehen die ersten Entscheidungen dafür an. Jeder FDL-Club sollte seit heute eine Mail in seinem Postfach haben mit allen wichtigen Namen und Infos und vor allem der Bitte um Abstimmung.

Aber kommen wir zurück zum Kern unseres Daseins: der Tabelle! Jetzt am Ende wird es erst richtig spannend. Wie wird das letzte Turnier aussehen und vor allem: wer darf sich noch Hoffnungen machen? Die drei ersten Plätze haben sich auf eine überraschend gleiche Armlänge von 10 Punkten geeinigt. Liebe Tübinger, noch ist alles drin. Liebe Mainzer, das habt ihr noch nicht sicher in der Tasche. Bei einem Kopf-an-Kopf-Rennen in Greifswald ginge Mainz zwar mit einem Vorsprung ins Ziel, aber der finale Endspurt der Tübinger soll nicht zu verachten sein. Beide Teams haben sich in dieser Saison nichts geschenkt und waren auf jedem Turnier vertreten. Mainz ist dabei allerdings zweimal leer ausgegangen. Die Unsichtbaren unserer TopTen sind bisher Potsdam und Göttingen, die mit nur vier Starts (und 6 Teams) auf Platz 6 und 9 landen konnten.





Und was haben die Einzelredner in unserer Tabelle verhext? Konrad Gütschow hält seinen ersten Platz auch nach dem letzten Turnier weiter tapfer mit 4 Punkten Vorsprung. Um ein Streichergebnis zu haben, dass Lennart Lokstein ebenfalls auf das oberste Treppchen katapultiert, müsste er in Greifswald im Falle einer Teilnahme mindestens 28 Punkte erreichen und Konrad dürfte nicht besser als Dritter werden. Man merkt, die Rechenspielchen haben begonnen! Dahinter dominiert Mainz die Tabelle. Gleich drei von ihnen teilen sich die Ränge 3-5 untereinander auf, unter ihnen auch der Finalteilnehmer aus Heidelberg Alexander Labinsky. Etwas durchmischter, aber immer noch unter wenigen Clubs aufgeteilt geht es weiter: bis Platz 11 sind nur 4 Clubs, davon 3 bekennende OPD-Clubs, vertreten. Unser höchster Neueinsteiger kommt ebenfalls aus dem Süden. Sascha Schenkenberger schafft den Sprung um 43 Plätze und sammelt in nur zwei Turnieren genug Punkte, um Platz 15 der FDL erreichen zu können - genau wie Sarah Kempf. An dieser Stelle ein Aufruf an alle Frauen: in der Top10 hält nur Allison Jones die Fahne für die weibliche Fraktion weiter hoch. Sabrina konnte sich zwar um einen Platz verbessern, aber die Frauenquote in den Top10 nicht anheben. 



Wir sind gespannt auf  den neuen FDL-Siegerclub, sowie den ranglistenbesten Redner. Gekürt wird er ganz traditionell in Greifswald. Man sieht sich bei Sonne, Strand und Meer.

Freitag, 10. Juli 2015

Von Wüstenduellen und pinken Planschbecken - Magdeburg!



Staubtrockene Straßen. Steppenläufer rollen vorbei. Die Sonne brennt und der Schweiß tropft von der Stirn. Im Salon stößt man mit eisgekühltem Wasser statt lauwarmem Bier an. Auge in Auge stehen sich die Kontrahenten gegenüber. Ein Wort gibt das andere, bis einer abdrückt und trifft. Kaltes Wasser tropft von der Stirn. Jubel. Bei den wüstenähnlichen Temperaturen am Wochenende in Magdeburg ist jeder Tropfen kühles Nass willkommen und die Ausrichter haben fleißig vorgesorgt: ein Planschbecken, Wasserpistolen und Getränke in reichlicher Menge kühlten zwischen den Debatten die verschwitzten Gemüter. Während sich andere im Freibad räkeln, stritten sich 20 Teams mit 40 Rednern um den Titel der ElbeOpen. Im überraschend kühlen Verkündungsraum ließen die Chefjuroren Felicitas Höer und Philip Schröder die Gehirne wieder warm laufen. Es wurde geredet über Aktionen für (oder gegen?) Flüchtlinge, Organspenden und die Vereinbarkeit von Religion und Militär. Beim abendlichen Grillen, bei dem die Magdeburger sich nicht zu Schade waren, für das Wohl der Teilnehmer am Grill zu schwitzen, brachte ein Gewitter endlich die lang ersehnte und zumindest kurzfristig wirkende Abkühlung. Wem die Hitze jedoch fehlte, konnte sich beim Social in einem umgebauten Gefängnis zu Electromusik wieder warm tanzen. Leider reichte der Schauer nicht, um auch beim Halbfinale und Finale die Gedanken an Wüste, Sand und den Wunsch nach einem Badesee zu unterdrücken, doch die Teams schlugen sich wacker im Kampf um Viagra für Frauen und Flüchtlingshilfe in der EU. Am Ende konnte Potsdam den kühlsten Kopf bewahren und wurde zum Sieger über die Hitze erklärt. Leider verbieten die FDL-Regeln es ihnen die vollen punkte zuzurechnen, da zwei Herzen in Freddy's Brustvschlagen und sein erstes Turnier zufällig für die BDU war. Wer der König des Planschbeckens wurde, ist leider nicht dokumentiert. Die FDL-Koordinatoren berichten aus erster Hand von Wasserattacken noch bis kurz vor Erreichen der Finallocation im Guericke-Haus. Ob es sich dabei um den Kampf um die Krone oder lediglich lebenserhaltende Maßnahmen handelte, kann nicht mehr gesagt werden.
Der Kampf um die FDL-Spitze ist dagegen sehr genau dokumentiert und geht so langsam in die letzten Runden. Es ist spannend! Wie viele Teams sind noch im Rennen? Und wer hat sich schon verausgabt?

Funfact: Noch kein Club konnte zweimal die vollen 20 Punkte abräumen


Tübingen schwächelt in der Sommerhitze und überlässt die Spitze nun Mainz. Nur 8 Punkte trennen unsere Spitzenreiter. Das sind in FDL-Kriterien lediglich ein Erster und ein vierter Platz um den Gleichstand zu erreichen. Münster ist dagegen leider zu seiner alten Form als Schnecke der Liga zurückgekehrt. Sie sind schon 20 Punkte hinter dem Spitzenreiter. Da kann sie aber auch ein wenig verweilen; der BDU fehlen 30 Punkte auf das Treppchen. Die Rederei dahinter legt zwar an Tempo zu, muss sich aber dennoch mit Platz 5 begnügen. Vielleicht hilft ihr der kurze Anreiseweg zum bald anstehenden Turnier direkt vor ihrer Haustür?
Auch der Kampf um Platz 10 ist neu eröffnet. Jena versucht zwar einen Vorsprung herauszuholen, aber noch hat Hamburg alle Chancen am Ende des Jahres auch aufgeführt zu werden.

Funfact: Willy hat zwar insgesamt nur etwa halb so viele Punkte geholt wie Lennart, doch die vier besten Turniere reichen für einen Abstand von lediglich 20 Punkten


Bei den Rednern mischen wir kräftig durch - ab Platz 3. Nikos Bosse wird vom Podium geschubst und rutscht ab auf Platz 9. Neuer Bronzegewinner ist Willy Witthaut, dicht gefolgt von Christian Strunck und Alexander Labinsky, die sich den 4. Platz teilen. Aufmerksame FDL-Blogleser werden merken: die Tübinger Dominanz auf dem Treppchen ist gebrochen. Zwar gehören ihnen noch die ersten beiden Plätze, doch dahinter baut sich mit gleich drei Mainzern eine dicht geschlossene Verfolgergruppe auf. Es wird mit Spannung erwartet, ob sie sich eher untereinander die Plätze streitig machen oder gemeinsam das Treppchen erstürmen wollen.
Wie sieht es am unteren Ende der 20 besten FDL-Redner aus? Zuvor noch gut dabei, rutscht Peter Giertzuch auf den wackeligen 20. Platz ab. Vor ihm steht Robert Pietsch, der mit nur zwei Starts 40 Punkte sammeln konnte. Die meisten Punkte mit den wenigsten Starts hält jedoch Andreas C.Lazar mit 24 Punkten im Schnitt. Insgesamt sind die Top-20-Redner übrigens 80-mal auf den Turnieren zu sehen gewesen; pro Person also ungefähr 4 Turniere. Das lässt sich noch steigern! Um genau zu sein auf sechs: zwei weitere Turniere erwarten uns diese Saison noch.


Zeit, ein kleines Fazit vor dem Endspurt zu ziehen: Münster hat langsam, aber stetig begonnen. Belohnt wird das allemal! Ganz vorne jedoch wird es auf einen Kampf zwischen Mainz und Tübingen hinauslaufen. Die beiden Clubs aus dem Süden werden sich beim Nordturnier am Ende der Saison beweisen müssen.
Als Redner glänzt Konrad Gütschow durch stetiges Belegen des ersten Platzes. Aus dem gleichen Club kommend hält sich Lennart weiter tapfer wenige Punkte dahinter. Aus vielen, fast punktgleichen Tabs wissen wir: beide können dem anderen die 4 Punkte Unterschied noch abknöpfen. Dahinter gab und gibt es ein buntes Wechselspiel, meist in Weiß-rot-Mainz gehalten, immer wieder von anderen Clubs durchzogen. Die FDL hat dieses Jahr die 12-Turnier-Marke geknackt – das heißt für alle Redner: vier Turniere werden gewertet. Es kann also noch einiges passieren! Wir sind gespannt!

Montag, 1. Juni 2015

Spät, aber dafür doppelt soviel



Das Ziel der FDL ist es, neu und innovativ zu sein. Diesmal gibt es aus Zeitgründen ein Doppel Feature. Wir freuen uns die Punkte aus Jena, der offenen thüringischen Meisterschaft und vom Brüder Grimm Cup aus Marburg zusammenzufassen. Leider lassen sich die beiden Turniere nicht über einen Kamm scheren, denn bemüht sich um eigene individuelle, anspruchsvolle Konzepte.
Jena gehört in die Kategorie „Wenn die Kinder weiterhin so verwöhntet, dann schlafen die bald nur noch in echten Betten“. Dies fing an mit Müsli zum Frühstück, einer Käseplatte (!) und Red Bull Sponsoring und endete bei einer angeregneten Grillparty, einem Frühlingsfeuerwerk und einer Party Location, von der einige heute noch nicht wissen wie sie von innen aussah. Das könnte aber auch an der lauen Sommernacht, an davor ausgeschenktem kostenlosen Alkohol und der Fußläufig erreichbaren besten Pommes Ostdeutschlands gelegen haben.
Marburg hingegen bewies, dass flachste Hierarchien tolle Turniere im klassischen Marburger Stil organisieren können. Versorgt wurden die Debattierer mit leckeren, klassisch vegetarischen Speisen (Suppe, Nudeln, Teigdingermitfüllung?) durch eine Basisbesatzung von gefühlt 5-7 Helferlein ohne übergeordnete Führungsebene. Die Party fand an der üblichen Location der Nähe des Bahnhofs statt (kennt ihr nicht? Dann wart ihr noch nie auf einem Marburger Turnier! Und damit habt ihr viel Gastfreundschaft verpasst!!!)
Insgesamt bedanken wir uns für die wunderschönen Turniere die die knapp vor der DDM natürlich zum Warmlaufen optimal geeignet waren. Und kommen jetzt zu neuen(?) Tabelle:

Funfakt: Wir haben insgesamt 27 Clubs mit Punkten
Tübingen hat sich ganz nach vorne geschoben durch ein 2. und ein 1. Platz in den beiden Turnieren und Mainz hat seinen Vorsprung durch 2-malige Anfängerförderung eingebüßt. Münster holte gegenüber Mainz auf, konnte aber nicht auf dem 2. Platz verweilen, da der Mainzer Vorsprung zu groß und der Tübinger Turbo zu schnell waren. Mit saftigen 32 Punkten Abstand dahinter belegt die BDU jetzt durch zwei 3. Plätze Rang 4. Den Göttingern tat der Sieg auf der OTM gut (jetzt Rang 9) und Jena konnte sich mit 2 soliden Leistungen auf Platz 10 einordnen. Ansonsten gehen 3 Punkte des Bamberger Teams in Marburg an Karlsruhe. Und in Jena schaffen es Hannover, Wuppertal, Köln aus einem Punkt (Platz 10) magisch 3 Punkte zu machen, indem sie diesen als mixt Team splitten.

Funfakt: Die Top 20 Redner kommen gerade mal aus 9 Clubs

Auf den oberen Rängen zeigen sich die Folgen einer langen OPD - Saison. Der derzeitige top Club stellt die Top 3 Redner, der zweitbeste Club den Platz 4 gleich dreimal. Direkt dahinter ist Christoph Saß aufgetaucht. Wer sich wundert, wo der beste Redner der OTM steht, der muss ins Turniertab gucken. Einmalige Bestleistungen werden mit einem sechsfachen geteilten Platz 25 belohnt. Dort sitzen 5 Einzelleistungen und eine Doppelleistung. Die große Aktion in der Rednertabelle findet auf den Plätzen 18-25 statt, wo 3 Münsteraner, ein Hamburger, ein Tübinger und der ganze Haufen top the Tabs zwei Potsdamer mit nur 6 Punkten Abstand belauern.

Ob die FDL als Prognosetool für größere Turniere geeignet ist, werden wir nach der D DM in Münster berichten können.
Vorrundentab aus Jena  (Achtung ein Bug hat die Sortierung nach Runden gefressen!)
Vorrunden und Finaltab aus Marburg(wird nachgereicht, wenn Datenschutzzettel aufgefunden wurden).

Freitag, 24. April 2015

Tübingen gewinnt das HeidelBÄM 2015 – Putin leugnet Einflussnahme

Am vergangenen Wochenende folgten DebattantInnen aus der ganzen Republik der Einladung der  Rederei Heidelberg zum zweiten HeidelBÄM. DebattantInnen aus der ganzen Republik? Nein! Ein kleines Dorf im mittleren Nordosten leistete erbittert Widerstand und trat nicht an.

Dennoch war es ein gelungenes, ja wahrhaft spaßiges Turnier. Eine Blitzumfrage bei den TeilnehmerInnen macht hierfür unter Anderem die kluge Platzierung von Werbemitteln der Destille Heidelberg verantwortlich. Das konnte durch unsere Recherchen allerdings im Nachhinein nicht mehr bestätigt werden. Das angebliche Beweismittel Heidelberger Melonenschnaps konnte schlicht nicht mehr aufgefunden werden. Wir gehen daher von einem auch ohne berauschende Substanzen hervorragend organisierten Turnier aus.

Die von der Chefjury, bestehend aus Willy Witthaut und Nikos Bosse, gesetzten Vorrundenthemen (VR 1: Sollen alle politischen Ämter (z.B. Kanzler*in,Bürgermeister*in, Minsterposten) maximal einmal von ein und derselben Person bekleidet werden dürfen?; VR 2: Sollen armutsgefährdete Personen nicht an medizinischen, finanziell vergüteten Studien teilnehmen dürfen, die potentiell gesundheitsschädigend sind?; VR 3: Sollten Betreiber von Suchmaschinen spezielle Behörden zur psychologischen Unterstützung informieren, wenn Suchanfragen von Personen auf suizidale Absichten hinweisen?) kamen insgesamt gut an.

Das Finale zum ThemaSollte der Westen versuchen, durch gezielte Undercover-Aktionen wie z.B. Sabotage, inszenierte Skandale, aktive Unterstützung oppositioneller Gruppen, Veröffentlichung und Weitergabe vertraulicher Dokumente an die Presse usw., das Regime Putins zu stürzen.“ gewann das Team „Streitkultur Athene“ in der Opposition gegen die Regierung „Mainz Antoinetta“.

Damit ergibt sich in der Tabelle nunmehr folgendes Bild:
 
Nix zu sehen, da fast nur Mainzer, Tübinger und Heidelberger

Zum besten Finalredner kürte das Publikum unverständlicher Weise einen wild herumfuchtelnden, etwas blassen, unnatürlich großen Menschen aus Mainz, der auch das Vorrunden-Tab anführte, hier aber namentlich – angeblich aus Angst vor Racheakten Moskauer Agenten – nicht genannt werden möchte.

Neben vielen weiteren Gratulanten und Gratulantinnen beglückwünschte dem Vernehmen nach auch der Präsident der Russischen Föderation, Wladimir Putin, die Sieger aus Tübingen.

Einiges zu Feiern, weil gar keine Konkurrenz: W.Putin Foto:Künstlerische Nachstellung


Gerüchte, das gesamte Turnier – insbesondere das Finale – sei von Mitgliedern des russischen Auslandsgeheimdienstes „SWR“ (Служба внешней разведки Российской Федерации; Sluschba wneschnei raswedki) unterwandert gewesen, konnten bisher nicht bestätigt werden. Auf Nachfrage unseres Russlandkorrespondenten Egon Adam Rümmelsberger ließ der Kreml zunächst mitteilen, es seien keine russischen Einsatzkräfte in Heidelberg stationiert. Spät am Dienstagabend gab Präsident Putin selbst dann in einem Live-Interview gegenüber den Kollegen von „Russia Today Deutschland“ (http://www.rtdeutsch.com/) in akzentfreiem Deutsch an, er habe niemals Agenten nach Heidelberg entsendet. Überhaupt sei der Vorwurf, der SWR habe versucht, durch gezielte Undercover Aktionen, wie beispielsweise Sabotage, inszenierte Skandale, aktive Unterstützung der Opposition im Finale, Veröffentlichungen und Weitergabe vertraulicher Dokumente an die Presse, usw., den Sieg der Regierung zu verhindern, seien „geradezu lächerlich“. Falls aber einzelne Mitglieder des SWR sich dazu entschlossen hätten, ihren wohlverdienten Sommerurlaub im schönen Heidelberg zu verbringen, so könne er dagegen nichts machen. Russland sei immerhin ein freies Land und das Lied „Ich hab mein Herz in Heidelberg verloren" kenne im russischen Geheimdienstapparat fast jeder noch aus DDR-Zeiten. Dass die Opposition sich im Finale Durchgesetzt habe, sei nur Recht und billig. Ein hochqualifiziertes Expertengremium habe schließlich in demokratisch lupenreiner Weise eine Entscheidung getroffen. Der Westen möge sich doch bitte also an seine eigenen, viel besungenen Werte halten und diese demokratische Entscheidung akzeptieren. Zum Ende des Interviews schlug der Präsident aller Russen auf der Welt noch versöhnliche Töne an: Er habe durch unsere Nachfrage von der desolaten Situation russischstämmiger deutscher DebattantInnen überhaupt erst erfahren. Zum Schutze der Minderheit in der deutschen Debattierszene habe man bereits erste Schritte eingeleitet. Unter anderem solle schon zur nächsten Deutschen Meisterschaft in Münster ein Hilfskonvoi mit Blöcken, Stiften, Nahrungsmitteln und Gratisausgaben der russischen Staatszeitung „время“ (zu Deutsch: „Die Zeit“) das VDCH-Land erreichen.

Im Westen ergibt sich dagegen nichts Neues: 

Wenn sonst nix los ist bewegen die Koordiantoren die Tabelle halt selbst: der Dritte steigt ein, der zweite ist genau Leistungsgleich mit der ersten.

Dienstag, 7. April 2015

Leipzig im Größenwahn.

Wir kommen von einem der Bombastitschsten FDL Turniere der Saison, aus Leipzig, dem Milleniumscup zurück. Millenium, da Leipzig schon überraschenderweise (wie uns Investigativreporter und Workshopleiter Jonathan S informierte) 1000 Jahre alt ist. Bombastisch, weil zu 5 Vorrunden, Halbfinale und Finale (soweit noch ertragbar) auch noch Workshops am Freitag und SO eine Finallokation kamen:
Wir erstarren in Erfurcht, wenn wir uns vorstellen was Leipzig bei ZEIT Debatten oder einer DDM auffahren würde!
(Dank an Oliver Grytzmann als Fotosponsor)

Ungefähr 1000 Sponsoren musste auch die eifrige Turnierorga danken, sodass die 15 Minuten vor dem Finale komplett für die Nennung aller edlen Spender draufgingen! Gerüchten nach ist der verantwortliche Organisator Andreas Kasper direkt von der DDM Orga unter Vertrag genommen und nach Münster entführt worden. Das bescheidene Ziel war schlicht "Genug Essen und Getränke für alle Teilnehmer zu haben". Da sogar die Juroren satt wurden ist dieses Ziel erreicht worden. Und wer zusätzlich klebrige, runde, mit Zuckermasse gefüllte oder in der mitte mit Loch versehene Kalorienbomeben in rauen Mengen anbietet, verpasst seinen Teilnehmern genug Energie für 5 Vorrunden mit rapide eskalierendem Schwierigkeitsgrad. Für diese bedanken wir uns bei der internationalsten Chefjury der FDL-Geschichte Rebecca Irvine, Nicolas Friebe und Pascal Schaefer (auchnoch Mitorga und Workshopleiter). Aus diesen Themen ergeben sich auch Punkte, die sich wie folgt verteilen:
Ende der Letzten Saision hatten wir insegsamt 29 Clubs. Diesmal 25 und es komen noch 5 Turniere!
(Dank an Lukas Haffert und Manuel Adams als Tabellensponsor)
In der Spitze der Tabelle hat sich nicht soviel geändert, wie sich hätte ändern können. Das lag daran, dass gerade die in den Vorrunden dominanten Clubs (insb. Potsdam und Göttingen) 
im Halbfinale scheiterten und diejenigen waren, die mit einer Punktespritze mehr Chaos in die Liga hätten bringen können. Göttingen war nach Vorrundentab auf Platz 3 und wäre mit einem Finaleinzug zumindest 3ter gewesen, was 14 Punkten und somit einen Einzug in die Top 10 bedeutet hätte. In die Top 10 zurück meldet sich die BDU, die ihren ersten Ausscheidungsrundeneinzug der Saison feiern darf. Ganz neu in der FDL ist Tilbury House aus Köln, die sich in einem Mixed Team mit Karlsruhe 2 Punkte für Rang 9 teilen. Erfrischend gegenüber der letzten Saision ist, dass jetzt schon ebensoviel Clubs (7)  ein Turnier für sich entscheiden konnten wie in der letzten Runde. Für die Zukunft stehen nun einige OPD Turniere an, was uns zur Prognose verleitet, dass Mainz den 16 Punkte-Abstand nur durch Turnierabstinenz oder eine überraschende Spitzenleistung der Münsteraner im für diese "falschen" Format verlieren wird. Wenn man nach BP-Speaks OPD prognostizieren könnte, müssten Potsdam, die Rederei und die BDU mit jeweils 2 Redner in der Top 10 in den nächsten Turnieren auftrumpfen können. Damit kommen wir auch schon zu den Rednern:

Unterschiedlichste TotT gab es letzte Saison 15 bei 11 Turnieren. Wir sind erst bei 7 in 7.
(Dank an alle Redner als Spannungsponsoren)
Bester Redner des Turniers war Robert Pietsch, der, wenn er aber nicht zusammen mit den 4 anderen 1-Turniersiegern aus der Tabelle verdrängt werden möchte, bald nachlegen muss. Auf Platz zwei kam Franziska Frese, die sich elegant vor den Block um Robert schob und 49 Plätze aufstieg. Ein ähnliches Manöver aus einer leicht besseren Position mit einer ein wenig schwächeren Leistung als Franziska (ganze 3 BP-Speaks) zog Alexander Labinsky durch, der vor Franziska landete. Zwischen den Beiden im Tab steht Sabrina Effenberger, die sich mit einem Punkt vor der sich nicht verbesserenden Allison Jones und einem Punkt hinter dem erst zum dritten Mal antretenden und deswegen punktenden Vorjahressieger Lennart Lokstein platzierte. Auf der Zeitdebatte Oberfranken trat Julius Steen noch als "der andere" an und nun steht er auf Platz 3 der FDL. Das sind 10 Plätze vor seinem dortigen Teampartner und immerhin noch 4 Plätze vor seiner hier stärkern Teampartnerin Sabrina. Da Rednerleistungen im OPD mehr Durchschlagskraft haben als im BP, progostizieren wir nach den Top 20 Rednern für die kommende OPD Flut einen leichten Vorteil für Mainz (5 Redner), vor Tübingen und der Rederei (3 Redner).


Das Turnier wurde natürlich auch wieder von der DDG gesponsort und die FDL selbst ist dank einer Spende des Leipziger Debattierclubs mittels Birne-Roiboos-Minze-Guarana-Ingwer Misch"schtränk" mit sozialem Mehrwert schon wieder halbwegs Erholt und vergleichsweise Fix mit der Turnierauswertung. Ja, so lange hält sich der Drink doch sicher nicht, aber bis wir einen effektiven Gegencheckmechanismus entwickelt haben, wird die Saison auch schon vorbei sein. Der Text entstand vor Ostern und enthält deswegen kein Rumgeeier, Eastereggs oder Schokohasis.

Wer den Font des Tabs erkennt und ihn uns meldet, bekommt von einem Koordinator beim nächsten Treffen ein "NERD!" an den Kopf geworfen.

Sonntag, 25. Januar 2015

Kevin (allein) in Tübingen



Liebe Debattierer in ganz VDCH-Land!

Aus dem Winterschlaf erwacht, 6 Wochen nachdem der lange, dunkle und FDL-Turnierfreie Debattierwinter begann, trafen sich 12 Teams in Tübingen, um die zweite Hälfte der Ligaphase einzuleiten. Das Wetter noch immer trüb und kalt, die Clubs im Neuen Jahr noch immer dieselben, starteten 2015 wie 2014 geendet hatte. Und doch schauten manche verwirrt, als die Streitkultur nicht wie immer griechisch-alt, sondern mit dem vorurteilsvoll-neuem Namenszusatz „Kevin“ daherkam. Marburg siegte mit dem Prototypnamen für Dummy-Witze gegen altehrwürdige und ruhmreiche griechische Götter. Auch die Themen, die sich das Chefjurorenteam Sina Strupp und Nicolas Friebe überlegt hatten, zielten auf neue Herausforderungen im Neuen Jahr. So hatten sie sich zum Ziel gesetzt (Zitatanfang) „extra schwere Themen“ (Zitatende) zu stellen. Kombiniert mit dem Verbot von Zetteln während der Rede, wurde dieser Anspruch erfolgreich geschafft. Erfolgreich war auch die Party am Abend, bei der mit roten Schleifchen das Lieblingsthema der Debattierer (Debatten, Debatten, Debatten) vor die Tür gesetzt werden sollte.
Aber wie erfolgreich waren denn unsere Clubs und Redner?

Mainz, der neue Spitzenreiter - wie werden Tübingen und Münster aufholen wollen?

Ganz vorne hat sich das Podest umgekehrt: aus Bronze wird Gold für die Mainzer. Tübingen verteidigt den zweiten Platz und verweist Münster, die bisherigen FDL-Spitzenreiter auf den dritten Rang. Langsam aber sicher hat die nordrhein-westfälische Schnecke an Fahrt verloren. Dahinter nimmt ein anderer Club langsam Tempo auf: Marburg hat sich mit diesem Sieg und den ersten Punkten der Saison direkt auf Platz 13 katapultiert. Die Rederei aus Heidelberg hat zwar das Finale verpasst, aber zumindest 3 Plätze gut gemacht und sich damit in den Top10 einquartiert. Ebenfalls in den Top10 und mit nur zwei Starts begrüßen wir Bamberg, die sich mit den Hanseaten aus Hamburg den 8. Platz teilen.

Mit nur einem Start gleich in der FDL: Altkoordinator Umscheid

In der Rednertabelle finden wir unsere Treppchen-Clubs auch einzeln ganz oben. Mit gleich drei Rednern in der Top10 ist Mainz uneingeholt vorne, dicht gefolgt von Tübingen und Stuttgart die es mit jeweils zwei Rednern auf die vorderen Plätze geschafft haben. Laut 4+3=7 fehlen noch drei, um die Zehn vollzumachen. Vera Bartsch und Philipp Schmidtke hingen schon vor dem Turnier dort herum, doch Julius Steen schaffte den Sprung und damit zieht auch einen Teilnehmer der Rederei in die Liste. Am höchsten sprang aber Nikos Bosse mit einem Plus von 19 Plätzen und damit auf Platz 8. Mit lediglich zwei Frauen ist die Top10 zwar noch sehr männlich geprägt, aber bis zum Ende der Saison ist ja noch Zeit.