Die Freie Debattierliga (FDL) ist der Zusammenschluss dezentral organisierter Debattierturniere im deutschsprachigen Raum zu einem gemeinsamen ganzjährigen Wettbewerb sowohl zwischen Clubs als auch Einzelrednern.
Die FDL-Regeln finden sich hier, Kontaktaufnahme mit den Koordinatoren Sabrina und Felix ist per E-Mail möglich.

Donnerstag, 28. Juli 2016

Eieiei, was flog denn da durch Heidelberg? (von Philipp Schmidtke)


Die Saison ist vorbEI und wir verabschieden uns mal wieder von EInem HEIdelberger Finale. Diesmal sogar ZwEImal HEIdelbäm und DDL. HEIdelberg, nicht GrEIfswald? Warum mag der „Ich guck nur die PrEIsverlEIhung“ Leser raunen. Dieses Jahr fehlt lEIder das 12 Turnier. Dafür haben wir alle kEIne Mückensticke und bekamen Melonenschnaps. Letzteres in Verbindung mit EInem EIntagesturnier und EInem Barkeller ist das Spezialrezept der RederEI HEIdelberg für ganz großen Spaß. Manche Partytiere behaupten sogar sie hätten die ganze Nacht hindurch Doppelkopf gespielt und am nächsten Tag noch Kirchenflohmärkte, Hippstercafes und fragwürdige Werbetafeln erwandert. Ein Rezept für künftige Tabellenführer.

Wie schon die Tierfreunde von Debatte und Tier sagten: Lieber EInen Freund verloren als EIne Pointe gespoilert.


Die Themen des HEIdelbäms (Von Sabrina E. Jannis L. und Christian S) schienen in ihrer Seriosität noch von der DDM übrig geblieben zu sEIn (Obwohl diese ja in OPD und das HEIdelbäm in….ach nicht?) Wir lernten auf die harte Tour, dass brutale Analyse wohl auch in OPD nötig ist. Aber sonst wäre Jannis L. ja auch nicht EInes der persöhnlichen OPD-Vorbilder. Obwohl der von ihm als Präsident des Finales angekündigte Doppelabzug wohl nicht vergeben wurde.(Shame!) Während Final-Präsidierung und CA sEIn eher für EInen entspannten Turnierverlauf sprechen, ist wohl von der Kombination CA, Cheforganisatorin und Taxi für Crashgäste abzuraten. Ausser man ist wie Sabrina E. auch noch DDL-Koordinatorin und schEInt deswegen oder sogar trotzdem unendliche Kräfte zu besitzen.

Mit der DDM UND dem DDL Finale hat sich HEIdelberg vor Tübingen oder Berlin zur Hauptstadt VDCH-Lands gemacht. Nächstes Jahr dann DDM bEI der RederEI und Saisonabschluss bEIm DC? Dann kommen viellEIcht auch wieder mehr Berliner als nur das EIne Münsteraner U-Boot mit BDU Periskop.

Hier endet nun (endlich) der REIsebericht und die harten Fakten und nicht hartgekochten FlugEIer des DDL Finales serviert euch die Multitaskerin herself. 

Illustration der Eleganz des Passes von Autor PKS an SE

Nun, dass die Göttinger gewonnen haben - das war ja schon vor dem Turnier klar. Ein Hipp Hipp Hurra an dieser Stelle nochmal! Man kann es ja gar nicht genug feiern. Obwohl es für sie keinen Druck mehr gab, haben sie noch 10 Punkte aus dem geteilten Sieg mit Frankfurt heimgebracht. Insgesamt waren sie sogar in drei Teams vertreten. Allgemein kann man das HeidelBÄM mit gutem Gewissen als das Turnier der Mixed-Teams bezeichnen. Von den angetrenen 18 Teams kamen insgesamt sieben aus mindestens zwei Clubs. Einige waren gar aus drei verschiedenen Städten angereist. So kommen wir in der Tabelle auf ganze 24 Teams,  obwohl natürlich nur 18 starten konnten. Die meisten Punkte konnte sich Mainz mit dem zweiten Platz holen und - tadaa - sie springen damit auf den letzten Metern noch an Münster und Tübingen vorbei. Die beiden konnten in Heidelberg nur fünf Punkte für sich verbuchen und müssen so grummelnd die Silbermedaille wieder abgeben. Aufgrund der Mixed-Team-Zahl konnten nur wenige Clubs viele Punkte für sich verbuchen. Die Rederei hat es (durch ihren Job als Ausrichter) leider ganz verpasst, teilzunehmen. Andernfalls wären sie der einzige Club der Saison, der auf jedem Turnier mindestens ein Team stellte. Steter Tropfen hölt den Stein und sie erreichen damit einen guten 8. Platz in dieser Saison.
So viel zu den Neuerungen nach dem HeidelBÄM. Genaue Statistiken liefert der Saisonrückblick Anfang August.

Tja, auch nach zwei Jahren schafft es die DDL-Koordinatorin noch nicht, alle Excel-Geheimnisse zu lüften. Bei Göttingen sollen natürlich 102 Punkte eingetragen sein.



Und die Redner? Da war es vor dem Turnier ja noch sehr spannend und die Top10 wurden tatsächlich kräftig durchgerüttelt. Christoph Saß kann neben zahlreichen anderen Siegen nun auch die goldene DDL-Medaille für  sich verbuchen. Dahinter muss Lennart Lokstein sich nun doch mit Silber begnügen, nachdem er lange die Spitzenposition innehatte. Robert hüpfte ganze drei Pllältze nach vorne und schubste alle anderen Rivalen vom Podest. Willkommen in den Top-3-Rednern, Göttingen!  Immerhin ein weiterer Mensch aus der Mitte Deutschlands findet sich ebenfalls in den Top10. Wieder können wir einige neue Redner in den Top20 begrüßen, darunter den Top-of-the-Tab Daniil Pakhomenko. Bisher in der Saison nur auf einem Turnier gesehen, kann er sich 30 Punkte aus Heidelberg sichern.
Aus Sicht des Clubs sind die Top10 dieses Jahr bunt durchmischt. Machten letzte Saison noch 4 Clubs die Plätze unter sich aus, sind es dieses Mal gleich 6. Iserlohn zeigt sich mit immerhin einem Redner in der Tabelle, auch Hamburg und die BDU sind ein wenig einsam auf den vorderen Plätzen. Zahlreicher finden wir Mainz, Tübingen und Münster. Die letztjährig vertretenen Redereiler müssen sich dieses Jahr geschlagen geben.

Jakobus Jaspersen war dieses Jahr auf jedem Turnier als Redner vertreten - außer auf dem selbst Ausgerichteten.







Montag, 27. Juni 2016

Über Schönheit lässt sich nicht streiten



Da hatte sich jemand ganz schön aus dem Fenster gelehnt: Magdeburg kündigte sich als die Stadt an, die die Schönste an der ganzen Elbe ist. Nun, die Elbe haben wir so nicht sehen können, aber schön war’s auf jeden Fall. Der ganz eigene Ostcharme strahlt einem schon entgegen, wenn man die Stadt nur von weitem sieht. Eignen wir uns in dem Fall einfach darauf, dass Schönheit immer auch subjektiv ist. Der Turnierort, der war dann ja doch sehr ansehlich und die Debatten waren natürlich unbestritten sehr, sehr schön. Schuld daran waren 16 Teams aus 16 verschiedenen Clubs und deren JurorInnen. Natürlich ließ sich auch die Stadt blicken, die ihren Titel als „schönste Stadt an der Elbe“ gerne verteidigen wollte: Hamburg verpasste den Finaleinzug trotzdem knapp. Gut, dass solche Diskussionen eher an anderer Stelle ausgetragen wurden.
Bei fast wolkenlosem Himmel und höchstsommerlichen Temperaturen – zumindest im Inneren der Räume – vergingen die vier Vorrunden viel zu schnell. Um aber das Turnier nicht so früh beenden zu müssen, setzten die Organisatoren gleich noch ein Halb- und Finale an. Trotzdem konnten einige unermüdliche Plappertaschen gar nicht genug vom freien Reden bekommen und veranstalteten unter freiem Himmel beim Abendessen eine Spaßdebatte für alle, die der Sucht des Debattierens nicht entkommen konnten. Der zweiten Sucht aller Debattierer, dem Feiern, konnte am Abend fröhlich gefröhnt werden. An günstigem Alkohol mangelte es nicht und wie der Tag begann: mit dem Charme des Ostens, so endete er auch wieder in einer Clubkaschemme direkt an der Uni.
Doch wie schlugen sich eigentlich die lieben Göttinger, die zu diesem Zeitpunkt noch ganz knapp nicht Sieger der DDL sind? Nun, die mussten sich einem Team Redereiler geschlagen geben. Im Finale konnten die Heidelberger alle Trophäen, einschließlich des Publikumspreises, abräumen. Außerdem widerlegten sie erfolgreich, dass die Glocke eine unüberschreitbare rote Linie ist. In der Tabelle wirft sie das immerhin einen Platz nach vorne. Während Göttingen weiter voran galoppiert, ist dahinter vor dem (vielleicht) letzten Turnier der Saison noch alles offen. Tübingen rettet sich mit einem Punkt Vorsprung doch wieder aufs Podium, dicht gefolgt von Münster und Hamburg. Zwischen Platz 2 und 7 liegen nur 10 Punkte! Man muss kein Mathegenie sein, um zu erkennen, dass es ein verdammt enger Kampf um das Treppchen geben wird. Wir sind gespannt, wie sich die Teams auf dem HeidelBÄM schlagen werden. Ganz neu dabei: Augsburg! Darauf ein dreifach donnerndes: Hallo! Hallo! Hallo! DDL-Land wächst und wächst und gedeiht dabei ganz prächtig.



Ein Punkt mehr, liebe Göttinger, es hätte nur ein Punkt mehr sein müssen


Und wie es erst bei den einzelnen Rednern wächst: 287 verschiedene Debattierer konnte man bisher auf Turnieren beobachten. Das bedeutet natürlich auch, dass der einzelne Redner nicht so häufig wieder in Erscheinung tritt, wie es die letzte Saison noch der Fall war (für Statistikfans: die Anzahl der Turniere hat sich dabei leider nicht erhöht. Mehr dazu aber in unserem DDL-Abschlussbericht). Die jedoch größte Nachricht (an dieser Stelle einen Trommelwirbel einführen): Lennart Lokstein wurde als führender Einzelredner abgelöst. Nun, ganz so überrascht sind wir irgendwie doch alle nicht mehr, wenn wir hören von wem. Das scheint das Jahr des Christoph Saß zu werden. Mit zwei Top-of-the-Tabs und einem zweiten Platz sichert er sich souverän das Goldtreppchen. Mit zwei weiteren ToTs, die sich Lennart geschnappt hat, bleiben gar nicht mehr so viele übrig. Mit 23 Plätzen macht Sabrina Effenberger nach diesem Wochenende den größten Sprung nach vorne, schrammt jedoch trotzdem knapp an den immer noch männlichen TopTen vorbei. Man darf die Hoffnung nicht aufgeben – liebe Frauen, wer hat Lust auf einen Melonenschnaps im schönen Heidelberg in drei Wochen? Doch verlassen wir dieses Dauerthema und werfen einen ersten Blick auf die Saisonstatistiken. Dank Potsdam war die BDU dieses Jahr bisher mit den meisten (unterschiedlichen) Rednern vertreten. Gleich 25 Berliner begrüßten wir in ganz Deutschland. Knapp dahinter finden sich Münster und Mainz. Göttingen schickte zwar nur 10 Leute auf Turniere, dafür bekamen aber auch alle 10 dort Punkte für die Einzelrednertabelle. Liebe Göttinger, irgendwas habt ihr dieses Jahr verdammt richtig gemacht.
Und wer weiß, vielleicht können wir alle in drei Tagen auf euren Sieg anstoßen!

Konrad bleibt trotz nur dreier Starts in Reichweite des Podiums

Dienstag, 24. Mai 2016

Peter Tekaat aus Marburg: Von Sport, zu viel Fleisch und irgendwas mit Steuern



Am Wochenende zog es 20 Teams nach Marburg, um sich im Kampfstil der Briten dem Turnier um das Sagenumwobene Schwert, den Wanderpokal des Brüder Grimm Cups, zu stellen. Bevor die begehrte Trophäe aber mit heim genommen werden durfte, mussten sich die Teilnehmer diversen Herausforderungen stellen, die sich die wunderbaren Marburger Organisatoren hatten einfallen lassen. Beim Bauchtanz ohne Musik ertüchtigten sich die Debattierer bei einem Sportprogramm am Nachmittag. Diesmal Bauchtanz ohne Musik! Nachdem es auf der WDM bereits ein Sportprogramm gab, scheint es sich nun zunehmend im Debateland zu etablieren. Neben viel Freibier an zwei Social-Abenden in gemütlicher und unterhaltsamer Atmosphäre und vor allem wechselnden Orten kamen auch die Leberzellen auf ihre Trainingsstunden.
Außerdem eine skandalöse Anmerkung: Es gab bei einer Mahlzeit Fleisch! Der Sittenverfall macht auch vor Marburg nicht halt….
Natürlich mussten auch noch einige Meinungsverschiedenheiten geklärt werden. In den 4 Vorrunden fanden einige der Anwesenden Drittmittel für Universitäten ziemlich doof, das Flüchtlingsabkommen der EU mit der Türkei schlecht, die Idee der CDU in allen Bundesländern bei der nächsten Bundestagswahl anzutreten genial und hätten gerne im Frühjahr 1999 im Kosovo interveniert
Im Halbfinale ging es dann um irgendwas mit Steuern. Nachdem am Ende noch schnell geklärt wurde, ob die Obama-Doktrin der USA geschadet hat, standen dann auch die Sieger fest. Gewonnen hat das Team aus Tübingen bestehend aus Lennart Lockstein und Konrad Gütschow. Bester Finalredner wurde Christoph Saß aus Münster. 

(Es berichtete für Sie: Peter Tekaat, freier Mitarbeiter der Freien Debattierligazeitung, direkt und fast-live aus Marburg)

Schauen wir doch mal, ob sie auch genügend Punkte in der Tabelle gewonnen haben, um die dominierenden Göttinger zu überholen.

Wer hat Angst vorm bösen Göttinger? Laufen statt stehen bleiben ist angesagt!

Mit großem Vorsprung, aber schwächelnd: Göttingen nimmt aus Marburg gerade einmal 3 Punkte mit. Was ist denn da passiert, fragen wir uns? Der ehemalige Zweite Mainz lässt ebenfalls viele Punkte liegen und bringt keinen Einzigen in die Karnevalshauptstadt. Tübingen nutzt die Gunst der Stunde und schnappt sich somit den zweiten Platz. Der dritte Platz dahinter ist hart umkämpft: zwischen Platz 3 und 7 liegen nur 11 Punkte. Das ist, wie wir jetzt sehen, jederzeit aufholbar. Damit haben wir drei ausgeschriebene OPD- und ebenso viele BP-Clubs an der Spitze. Verwunderlich, denn bisher hatten wir in der Saison nur zwei Turniere im OPD-Stil, aber gleich fünf auf denen BP geredet wurde. Achtung Spoiler! Der Sommer wird wieder rhetorischer. Wir sind gespannt, ob sich das auf die Clubbilanzen auswirkt.

Besonders überraschend ist das Auftreten der Iserlohner in den Top10. Dreimal angetreten, nur zweimal gepunktet, aber zweimal gut gepunktet. Sie müssen sich ihre Punkte dieses Mal mit Münster teilen, andernfalls wären sie schon zwei Plätze weiter oben. Besonders fleißig war bisher die BDU: durch 8 Teams in Potsdam sind bisher 43 RednerInnen für sie angetreten. Das sind fünf mehr als für alle anderen Clubs. Gleich 20 RednerInnen hatte auch Jena bisher auf Turnieren, leider sind die jedoch mit nur 15 Punkten nach Hause gekommen und konnten sich bisher nicht in die Top10 hocharbeiten.








Ein Fleißbienchen für Jakobus Jaspersen: er hat nur Freiburg ausgelassen!


Auch in den Top20-Rednern vermissen wir die Jenenser noch. Das kann unter anderen daran liegen, dass sie viele unterschiedliche Leute geschickt haben. „Vielfahrer“ wie Lennart Lokstein findet man unter ihnen nicht. Der hat dieses Wochenende zwar 14 Punkte gesammelt, sie werden ihm aber nicht angerechnet. Ihm nicht und fast allen Top10-Rednern der DDL auch nicht. Durch ihr fleißiges Sammeln haben sie die Höchstzahl der einrechenbaren Turniere bereits erreicht und können nur durch Besserleistungen ihr Ergebnis verbessern. Redete man wie Lennart zweimal ToT, dann ist das gar keine leichte Aufgabe. Nur Jonathan Scholbach hüpft durch sein Rednerergebnis in die Top10 nach oben. Das bringt uns zur Frage des besten Redners der Saison: ist er noch einholbar? Aber immer! Gehen wir von 3 gewerteten Turnieren aus, bräuchte Fabian Bickel nur noch einmal ein so tolles Ergebnis, um Christoph Saß von Platz 2 zu verdrängen. Gleiches gilt für den Hamburger Nicolas Garz. Blicken wir zuletzt auf das neue Lieblingsthema der DDL: die Frauenquote auf Turnieren. Spitzenreiter in der Verteilung sind Bayreuth und Bielefeld mit 67, bzw. 50%. Allerdings sollte man vor den Begeisterungsstürmen dran denken, dass beide Clubs bisher auch nur 3, bzw. 4 Redner geschickt haben. Göttingen hatte – zum Vergleich – nur 11% weiblichen Anteil in seinen Teams. Dafür, man höre und staune, 100% RednerInnen mit Punkten! Das nennen wir mal breit aufgestellt.