Die Freie Debattierliga (FDL) ist der Zusammenschluss dezentral organisierter Debattierturniere im deutschsprachigen Raum zu einem gemeinsamen ganzjährigen Wettbewerb sowohl zwischen Clubs als auch Einzelrednern.
Die FDL-Regeln finden sich hier, Kontaktaufnahme mit den Koordinatoren Sabrina, Nicolas und Philipp ist per E-Mail möglich.

Montag, 1. Juni 2015

Spät, aber dafür doppelt soviel



Das Ziel der FDL ist es, neu und innovativ zu sein. Diesmal gibt es aus Zeitgründen ein Doppel Feature. Wir freuen uns die Punkte aus Jena, der offenen thüringischen Meisterschaft und vom Brüder Grimm Cup aus Marburg zusammenzufassen. Leider lassen sich die beiden Turniere nicht über einen Kamm scheren, denn bemüht sich um eigene individuelle, anspruchsvolle Konzepte.
Jena gehört in die Kategorie „Wenn die Kinder weiterhin so verwöhntet, dann schlafen die bald nur noch in echten Betten“. Dies fing an mit Müsli zum Frühstück, einer Käseplatte (!) und Red Bull Sponsoring und endete bei einer angeregneten Grillparty, einem Frühlingsfeuerwerk und einer Party Location, von der einige heute noch nicht wissen wie sie von innen aussah. Das könnte aber auch an der lauen Sommernacht, an davor ausgeschenktem kostenlosen Alkohol und der Fußläufig erreichbaren besten Pommes Ostdeutschlands gelegen haben.
Marburg hingegen bewies, dass flachste Hierarchien tolle Turniere im klassischen Marburger Stil organisieren können. Versorgt wurden die Debattierer mit leckeren, klassisch vegetarischen Speisen (Suppe, Nudeln, Teigdingermitfüllung?) durch eine Basisbesatzung von gefühlt 5-7 Helferlein ohne übergeordnete Führungsebene. Die Party fand an der üblichen Location der Nähe des Bahnhofs statt (kennt ihr nicht? Dann wart ihr noch nie auf einem Marburger Turnier! Und damit habt ihr viel Gastfreundschaft verpasst!!!)
Insgesamt bedanken wir uns für die wunderschönen Turniere die die knapp vor der DDM natürlich zum Warmlaufen optimal geeignet waren. Und kommen jetzt zu neuen(?) Tabelle:

Funfakt: Wir haben insgesamt 27 Clubs mit Punkten
Tübingen hat sich ganz nach vorne geschoben durch ein 2. und ein 1. Platz in den beiden Turnieren und Mainz hat seinen Vorsprung durch 2-malige Anfängerförderung eingebüßt. Münster holte gegenüber Mainz auf, konnte aber nicht auf dem 2. Platz verweilen, da der Mainzer Vorsprung zu groß und der Tübinger Turbo zu schnell waren. Mit saftigen 32 Punkten Abstand dahinter belegt die BDU jetzt durch zwei 3. Plätze Rang 4. Den Göttingern tat der Sieg auf der OTM gut (jetzt Rang 9) und Jena konnte sich mit 2 soliden Leistungen auf Platz 10 einordnen. Ansonsten gehen 3 Punkte des Bamberger Teams in Marburg an Karlsruhe. Und in Jena schaffen es Hannover, Wuppertal, Köln aus einem Punkt (Platz 10) magisch 3 Punkte zu machen, indem sie diesen als mixt Team splitten.

Funfakt: Die Top 20 Redner kommen gerade mal aus 9 Clubs

Auf den oberen Rängen zeigen sich die Folgen einer langen OPD - Saison. Der derzeitige top Club stellt die Top 3 Redner, der zweitbeste Club den Platz 4 gleich dreimal. Direkt dahinter ist Christoph Saß aufgetaucht. Wer sich wundert, wo der beste Redner der OTM steht, der muss ins Turniertab gucken. Einmalige Bestleistungen werden mit einem sechsfachen geteilten Platz 25 belohnt. Dort sitzen 5 Einzelleistungen und eine Doppelleistung. Die große Aktion in der Rednertabelle findet auf den Plätzen 18-25 statt, wo 3 Münsteraner, ein Hamburger, ein Tübinger und der ganze Haufen top the Tabs zwei Potsdamer mit nur 6 Punkten Abstand belauern.

Ob die FDL als Prognosetool für größere Turniere geeignet ist, werden wir nach der D DM in Münster berichten können.
Vorrundentab aus Jena  (Achtung ein Bug hat die Sortierung nach Runden gefressen!)
Vorrunden und Finaltab aus Marburg(wird nachgereicht, wenn Datenschutzzettel aufgefunden wurden).

Freitag, 24. April 2015

Tübingen gewinnt das HeidelBÄM 2015 – Putin leugnet Einflussnahme

Am vergangenen Wochenende folgten DebattantInnen aus der ganzen Republik der Einladung der  Rederei Heidelberg zum zweiten HeidelBÄM. DebattantInnen aus der ganzen Republik? Nein! Ein kleines Dorf im mittleren Nordosten leistete erbittert Widerstand und trat nicht an.

Dennoch war es ein gelungenes, ja wahrhaft spaßiges Turnier. Eine Blitzumfrage bei den TeilnehmerInnen macht hierfür unter Anderem die kluge Platzierung von Werbemitteln der Destille Heidelberg verantwortlich. Das konnte durch unsere Recherchen allerdings im Nachhinein nicht mehr bestätigt werden. Das angebliche Beweismittel Heidelberger Melonenschnaps konnte schlicht nicht mehr aufgefunden werden. Wir gehen daher von einem auch ohne berauschende Substanzen hervorragend organisierten Turnier aus.

Die von der Chefjury, bestehend aus Willy Witthaut und Nikos Bosse, gesetzten Vorrundenthemen (VR 1: Sollen alle politischen Ämter (z.B. Kanzler*in,Bürgermeister*in, Minsterposten) maximal einmal von ein und derselben Person bekleidet werden dürfen?; VR 2: Sollen armutsgefährdete Personen nicht an medizinischen, finanziell vergüteten Studien teilnehmen dürfen, die potentiell gesundheitsschädigend sind?; VR 3: Sollten Betreiber von Suchmaschinen spezielle Behörden zur psychologischen Unterstützung informieren, wenn Suchanfragen von Personen auf suizidale Absichten hinweisen?) kamen insgesamt gut an.

Das Finale zum ThemaSollte der Westen versuchen, durch gezielte Undercover-Aktionen wie z.B. Sabotage, inszenierte Skandale, aktive Unterstützung oppositioneller Gruppen, Veröffentlichung und Weitergabe vertraulicher Dokumente an die Presse usw., das Regime Putins zu stürzen.“ gewann das Team „Streitkultur Athene“ in der Opposition gegen die Regierung „Mainz Antoinetta“.

Damit ergibt sich in der Tabelle nunmehr folgendes Bild:
 
Nix zu sehen, da fast nur Mainzer, Tübinger und Heidelberger

Zum besten Finalredner kürte das Publikum unverständlicher Weise einen wild herumfuchtelnden, etwas blassen, unnatürlich großen Menschen aus Mainz, der auch das Vorrunden-Tab anführte, hier aber namentlich – angeblich aus Angst vor Racheakten Moskauer Agenten – nicht genannt werden möchte.

Neben vielen weiteren Gratulanten und Gratulantinnen beglückwünschte dem Vernehmen nach auch der Präsident der Russischen Föderation, Wladimir Putin, die Sieger aus Tübingen.

Einiges zu Feiern, weil gar keine Konkurrenz: W.Putin Foto:Künstlerische Nachstellung


Gerüchte, das gesamte Turnier – insbesondere das Finale – sei von Mitgliedern des russischen Auslandsgeheimdienstes „SWR“ (Служба внешней разведки Российской Федерации; Sluschba wneschnei raswedki) unterwandert gewesen, konnten bisher nicht bestätigt werden. Auf Nachfrage unseres Russlandkorrespondenten Egon Adam Rümmelsberger ließ der Kreml zunächst mitteilen, es seien keine russischen Einsatzkräfte in Heidelberg stationiert. Spät am Dienstagabend gab Präsident Putin selbst dann in einem Live-Interview gegenüber den Kollegen von „Russia Today Deutschland“ (http://www.rtdeutsch.com/) in akzentfreiem Deutsch an, er habe niemals Agenten nach Heidelberg entsendet. Überhaupt sei der Vorwurf, der SWR habe versucht, durch gezielte Undercover Aktionen, wie beispielsweise Sabotage, inszenierte Skandale, aktive Unterstützung der Opposition im Finale, Veröffentlichungen und Weitergabe vertraulicher Dokumente an die Presse, usw., den Sieg der Regierung zu verhindern, seien „geradezu lächerlich“. Falls aber einzelne Mitglieder des SWR sich dazu entschlossen hätten, ihren wohlverdienten Sommerurlaub im schönen Heidelberg zu verbringen, so könne er dagegen nichts machen. Russland sei immerhin ein freies Land und das Lied „Ich hab mein Herz in Heidelberg verloren" kenne im russischen Geheimdienstapparat fast jeder noch aus DDR-Zeiten. Dass die Opposition sich im Finale Durchgesetzt habe, sei nur Recht und billig. Ein hochqualifiziertes Expertengremium habe schließlich in demokratisch lupenreiner Weise eine Entscheidung getroffen. Der Westen möge sich doch bitte also an seine eigenen, viel besungenen Werte halten und diese demokratische Entscheidung akzeptieren. Zum Ende des Interviews schlug der Präsident aller Russen auf der Welt noch versöhnliche Töne an: Er habe durch unsere Nachfrage von der desolaten Situation russischstämmiger deutscher DebattantInnen überhaupt erst erfahren. Zum Schutze der Minderheit in der deutschen Debattierszene habe man bereits erste Schritte eingeleitet. Unter anderem solle schon zur nächsten Deutschen Meisterschaft in Münster ein Hilfskonvoi mit Blöcken, Stiften, Nahrungsmitteln und Gratisausgaben der russischen Staatszeitung „время“ (zu Deutsch: „Die Zeit“) das VDCH-Land erreichen.

Im Westen ergibt sich dagegen nichts Neues: 

Wenn sonst nix los ist bewegen die Koordiantoren die Tabelle halt selbst: der Dritte steigt ein, der zweite ist genau Leistungsgleich mit der ersten.

Dienstag, 7. April 2015

Leipzig im Größenwahn.

Wir kommen von einem der Bombastitschsten FDL Turniere der Saison, aus Leipzig, dem Milleniumscup zurück. Millenium, da Leipzig schon überraschenderweise (wie uns Investigativreporter und Workshopleiter Jonathan S informierte) 1000 Jahre alt ist. Bombastisch, weil zu 5 Vorrunden, Halbfinale und Finale (soweit noch ertragbar) auch noch Workshops am Freitag und SO eine Finallokation kamen:
Wir erstarren in Erfurcht, wenn wir uns vorstellen was Leipzig bei ZEIT Debatten oder einer DDM auffahren würde!
(Dank an Oliver Grytzmann als Fotosponsor)

Ungefähr 1000 Sponsoren musste auch die eifrige Turnierorga danken, sodass die 15 Minuten vor dem Finale komplett für die Nennung aller edlen Spender draufgingen! Gerüchten nach ist der verantwortliche Organisator Andreas Kasper direkt von der DDM Orga unter Vertrag genommen und nach Münster entführt worden. Das bescheidene Ziel war schlicht "Genug Essen und Getränke für alle Teilnehmer zu haben". Da sogar die Juroren satt wurden ist dieses Ziel erreicht worden. Und wer zusätzlich klebrige, runde, mit Zuckermasse gefüllte oder in der mitte mit Loch versehene Kalorienbomeben in rauen Mengen anbietet, verpasst seinen Teilnehmern genug Energie für 5 Vorrunden mit rapide eskalierendem Schwierigkeitsgrad. Für diese bedanken wir uns bei der internationalsten Chefjury der FDL-Geschichte Rebecca Irvine, Nicolas Friebe und Pascal Schaefer (auchnoch Mitorga und Workshopleiter). Aus diesen Themen ergeben sich auch Punkte, die sich wie folgt verteilen:
Ende der Letzten Saision hatten wir insegsamt 29 Clubs. Diesmal 25 und es komen noch 5 Turniere!
(Dank an Lukas Haffert und Manuel Adams als Tabellensponsor)
In der Spitze der Tabelle hat sich nicht soviel geändert, wie sich hätte ändern können. Das lag daran, dass gerade die in den Vorrunden dominanten Clubs (insb. Potsdam und Göttingen) 
im Halbfinale scheiterten und diejenigen waren, die mit einer Punktespritze mehr Chaos in die Liga hätten bringen können. Göttingen war nach Vorrundentab auf Platz 3 und wäre mit einem Finaleinzug zumindest 3ter gewesen, was 14 Punkten und somit einen Einzug in die Top 10 bedeutet hätte. In die Top 10 zurück meldet sich die BDU, die ihren ersten Ausscheidungsrundeneinzug der Saison feiern darf. Ganz neu in der FDL ist Tilbury House aus Köln, die sich in einem Mixed Team mit Karlsruhe 2 Punkte für Rang 9 teilen. Erfrischend gegenüber der letzten Saision ist, dass jetzt schon ebensoviel Clubs (7)  ein Turnier für sich entscheiden konnten wie in der letzten Runde. Für die Zukunft stehen nun einige OPD Turniere an, was uns zur Prognose verleitet, dass Mainz den 16 Punkte-Abstand nur durch Turnierabstinenz oder eine überraschende Spitzenleistung der Münsteraner im für diese "falschen" Format verlieren wird. Wenn man nach BP-Speaks OPD prognostizieren könnte, müssten Potsdam, die Rederei und die BDU mit jeweils 2 Redner in der Top 10 in den nächsten Turnieren auftrumpfen können. Damit kommen wir auch schon zu den Rednern:

Unterschiedlichste TotT gab es letzte Saison 15 bei 11 Turnieren. Wir sind erst bei 7 in 7.
(Dank an alle Redner als Spannungsponsoren)
Bester Redner des Turniers war Robert Pietsch, der, wenn er aber nicht zusammen mit den 4 anderen 1-Turniersiegern aus der Tabelle verdrängt werden möchte, bald nachlegen muss. Auf Platz zwei kam Franziska Frese, die sich elegant vor den Block um Robert schob und 49 Plätze aufstieg. Ein ähnliches Manöver aus einer leicht besseren Position mit einer ein wenig schwächeren Leistung als Franziska (ganze 3 BP-Speaks) zog Alexander Labinsky durch, der vor Franziska landete. Zwischen den Beiden im Tab steht Sabrina Effenberger, die sich mit einem Punkt vor der sich nicht verbesserenden Allison Jones und einem Punkt hinter dem erst zum dritten Mal antretenden und deswegen punktenden Vorjahressieger Lennart Lokstein platzierte. Auf der Zeitdebatte Oberfranken trat Julius Steen noch als "der andere" an und nun steht er auf Platz 3 der FDL. Das sind 10 Plätze vor seinem dortigen Teampartner und immerhin noch 4 Plätze vor seiner hier stärkern Teampartnerin Sabrina. Da Rednerleistungen im OPD mehr Durchschlagskraft haben als im BP, progostizieren wir nach den Top 20 Rednern für die kommende OPD Flut einen leichten Vorteil für Mainz (5 Redner), vor Tübingen und der Rederei (3 Redner).


Das Turnier wurde natürlich auch wieder von der DDG gesponsort und die FDL selbst ist dank einer Spende des Leipziger Debattierclubs mittels Birne-Roiboos-Minze-Guarana-Ingwer Misch"schtränk" mit sozialem Mehrwert schon wieder halbwegs Erholt und vergleichsweise Fix mit der Turnierauswertung. Ja, so lange hält sich der Drink doch sicher nicht, aber bis wir einen effektiven Gegencheckmechanismus entwickelt haben, wird die Saison auch schon vorbei sein. Der Text entstand vor Ostern und enthält deswegen kein Rumgeeier, Eastereggs oder Schokohasis.

Wer den Font des Tabs erkennt und ihn uns meldet, bekommt von einem Koordinator beim nächsten Treffen ein "NERD!" an den Kopf geworfen.

Sonntag, 25. Januar 2015

Kevin (allein) in Tübingen



Liebe Debattierer in ganz VDCH-Land!

Aus dem Winterschlaf erwacht, 6 Wochen nachdem der lange, dunkle und FDL-Turnierfreie Debattierwinter begann, trafen sich 12 Teams in Tübingen, um die zweite Hälfte der Ligaphase einzuleiten. Das Wetter noch immer trüb und kalt, die Clubs im Neuen Jahr noch immer dieselben, starteten 2015 wie 2014 geendet hatte. Und doch schauten manche verwirrt, als die Streitkultur nicht wie immer griechisch-alt, sondern mit dem vorurteilsvoll-neuem Namenszusatz „Kevin“ daherkam. Marburg siegte mit dem Prototypnamen für Dummy-Witze gegen altehrwürdige und ruhmreiche griechische Götter. Auch die Themen, die sich das Chefjurorenteam Sina Strupp und Nicolas Friebe überlegt hatten, zielten auf neue Herausforderungen im Neuen Jahr. So hatten sie sich zum Ziel gesetzt (Zitatanfang) „extra schwere Themen“ (Zitatende) zu stellen. Kombiniert mit dem Verbot von Zetteln während der Rede, wurde dieser Anspruch erfolgreich geschafft. Erfolgreich war auch die Party am Abend, bei der mit roten Schleifchen das Lieblingsthema der Debattierer (Debatten, Debatten, Debatten) vor die Tür gesetzt werden sollte.
Aber wie erfolgreich waren denn unsere Clubs und Redner?

Mainz, der neue Spitzenreiter - wie werden Tübingen und Münster aufholen wollen?

Ganz vorne hat sich das Podest umgekehrt: aus Bronze wird Gold für die Mainzer. Tübingen verteidigt den zweiten Platz und verweist Münster, die bisherigen FDL-Spitzenreiter auf den dritten Rang. Langsam aber sicher hat die nordrhein-westfälische Schnecke an Fahrt verloren. Dahinter nimmt ein anderer Club langsam Tempo auf: Marburg hat sich mit diesem Sieg und den ersten Punkten der Saison direkt auf Platz 13 katapultiert. Die Rederei aus Heidelberg hat zwar das Finale verpasst, aber zumindest 3 Plätze gut gemacht und sich damit in den Top10 einquartiert. Ebenfalls in den Top10 und mit nur zwei Starts begrüßen wir Bamberg, die sich mit den Hanseaten aus Hamburg den 8. Platz teilen.

Mit nur einem Start gleich in der FDL: Altkoordinator Umscheid

In der Rednertabelle finden wir unsere Treppchen-Clubs auch einzeln ganz oben. Mit gleich drei Rednern in der Top10 ist Mainz uneingeholt vorne, dicht gefolgt von Tübingen und Stuttgart die es mit jeweils zwei Rednern auf die vorderen Plätze geschafft haben. Laut 4+3=7 fehlen noch drei, um die Zehn vollzumachen. Vera Bartsch und Philipp Schmidtke hingen schon vor dem Turnier dort herum, doch Julius Steen schaffte den Sprung und damit zieht auch einen Teilnehmer der Rederei in die Liste. Am höchsten sprang aber Nikos Bosse mit einem Plus von 19 Plätzen und damit auf Platz 8. Mit lediglich zwei Frauen ist die Top10 zwar noch sehr männlich geprägt, aber bis zum Ende der Saison ist ja noch Zeit.

Dienstag, 16. Dezember 2014

Rote Nasen und Weihnachtsmützen in Münster



Pünktlich zum Tag der Lebkuchen, Mandarinen und roten Mäntel trafen sich in Münster die Clubs des VDCH-Landes, um um ein silbernes Rehkitz und plüschige Pinguine zu reden. Trotz (oder gerade wegen?) des trüben Wetters waren 72 Redner in 36 Teams aus Deutschland in die Stadt der Nikolausturniere gereist und wärmten sich dort an Suppe und Glühwein auf. Fast aber wäre der Weihnachtsmann im Schatten seiner Rentiere gestanden, die sich mit leuchtend roten Nasen und klingglöcklichen klimpernden Geweihen unter die Debattierer gemischt hatten. Im letzten Moment erinnerte er dann doch wieder an sich, in Form von Schokoladiger Dekoration für alle Teilnehmer. Auch die Themen, die die drei Wichtel Philipp Schmidtke, Christina Drexel und Daniil Pakhomenko mitbrachten, ließen klar werden, dass das Christkind bald vor der Tür steht. Die Festkultur von Russland und dem Westen fanden sich in Debatten um die Belieferungsgebiete von Väterchen Frost und dem Weihnachtsmann wieder und die Hände an einem Becher Glühwein wärmend hörten wir ein modernes Kapitalismusmärchen. Der Weihnachtsmann brachte aber nicht nur Schokolade und gesundes Obst, sondern auch jede Menge Punkte für die besonders braven und fleißigen Debattierclubs.

Fast ganz unten begrüßen wir die BiTS auf ihrem ersten Saisonturnier


 Aachen zog dabei das größte Geschenk, gleich 20 neue Punkte gehen auf ihr Konto. Der Finalgegner Hamburg dagegen schaffte den größten Sprung Richtung Wolken: 8 Plätze weiter oben und damit neu in den TopTen meldet sich die Hansestadt zurück. Schon ganz oben ist noch immer Münster. Aber es wird eng! Mainz und Stuttgart sind der letztjährigen Schnecke dicht auf den Fersen.

Neu auf Turnieren und in den Top 20 ein Aachener und ein BiTSer

Doch nicht nur bei den Clubs, auch bei den Rednern wurden vorweihnachtliche Punktpakete abgegeben. Das größte Geschenk bekommt Paul Huckfeld, 30 Punkte aus Münster durch Top of the Tab und damit ein Einstieg direkt auf Platz 10 unserer Tabelle. Durch zahlreiche 7. Plätze konnten sich außerdem die übliche 20 Redner über unüblich viele Punkte freuen. 304 neue Zähler finden sich verteilt.

Samstag, 13. Dezember 2014

Kaltes Wetter, heiße Debatten- Der Schwarzwaldcup war wohltemperiert.

Zwischen dem Spaßturnier und dem letzten Turnier des Jahres, lag der Schwarzwaldcup so tief im Südwesten, dass man beim Fastfoodlokal mit dem goldenem M auch in Schweizer Franken zahlen konnte. Als Juroren hatte sich der Club aus der (durchschnittlich, nicht subjektiv gefühlt) wärmsten Stadt Deutschlands den Chefjuror der letzten DDM Michael Saliba und Vera Bartsch, die letztes Jahr als lokale Chefjurorin, ohne diesmal - ohne Experimente - mit profunder Kenntnis der Themen eingeladen. Das Team stellte neben Neo-klassikern wie "Deutschen IS(IS) Kämpfern die Staatsbürgerschaft entziehen" auch deftiges Debattenfutter wie "Dieses Haus würde Pickup Seminare verbieten", wovon nicht nur ein Finale sondern eine der fruchtbarsten und nicht furchtbaren Facebookkonversationen (so es etwas gibt) profitierte. Neben den Debatten gab es natürlich auch etwas zu feiern. Nachdem wir letztes Jahr eine Beachparty versprochen bekamen, aber nachts die Sonne nicht schien, wurde bei der Saint-Patricks-Day Party in der ersten Stunde 3 mal I'm Shipping Up To Boston gespielt. Und mit Spielen ging die Party auch in den späten Morgenstunden zuende, als der Kampf um das Last Team Standing in 16 (!!) Disziplinen ausgetragen wurde. Die siegreichen Münsteraner verließen die Party so spät, dass gemunkelt wurde, die Cheforganisatorin Tanja Strukelj wäre bis zum Finale einfach Wachgeblieben und hätte locker mal eine 40 Stunden Schicht geschoben. Gratulation Freiburg, ihr habt eine Kämpferin als Boss! Gratulation Kämpferin, du hast Bosse(plural, nicht Band) als Freiburger! Und für die Clubchefs gibt es auch neue Punkte:

Es fehlt jetzt der Top of the FDL des letzten Jahres. Es riecht nach Umbruch!

Aus Teamsicht ist Freiburg das Turnier der großen Sprünge. Stuttgart hat mit dem Sieg nun 29 mal soviele Punkte wie in der Vorsaison, die Rederei hat 9 mal soviele und Punktet zum unendlich (15/0=?) mal öfter als in der letzten Saison und Hamburg immerhin 4 mal soviel. Dazwischen Teilen sich Mainz und Münster den zweiten Platz. Weitere Punkt werden durch ein zweites Münsteraner Team, ein DC Heidelberg Mainz, ein Mainz/Dresden teilweise aufgelöst.


Noch springt es sich leicht in die Top 20.

Bei den Einzelrednern wird Konrad nun von gleich zwei Debattieren verfolgt und auch ein Münsteraner hat nur noch einen Punkt Abstand auf die Treppchenplätze. 3 neue Redner sind außerdem zu finden, einer ist direkt durch Top of the Tab auf Platz 7 eingestiegen, während sich Jena knapp als Zwanzigster (nicht auf dem Zwanzigsten Platz) in die Tabelle schmuggelt.

Samstag, 22. November 2014

Liebe Närrinnen und Narrhalesen, es ist mal wieder schön gewesen


Liebes VDCH-Land an den Empfangsendgeräten,

das gezwungener Maßen lustigste Turnier der Saison liegt hinter uns. Von nun an ist Debattieren wieder ein Jahr lang humorlos und bitterer Ernst. In Mainz stellten die Chefjuroren Alexander Labinsky(DD), Lennart Lokstein(Tü) und Sascha Schenkenberger(MZ), im lächerlichsten lustigsten aller Debattierformate, Themen der Kategorie "Sollen wir die Erde in den Mittelpunkt des Universums beamen" oder "Soll sich Luke Skywalker Darth Vader anschließen?". Damit hier der Humor richtig eingeordnet wurde gab es vorab eine einseitige, einseitige (Tusch bitte!) "Gebrauchsanweisung" für Juroren. Gebrauchsanweisungen für Spaß abseits der Debatten hatte der Debattierclub Johannes Gutenberg jedoch nicht nötig. Es gab ein Pubquiz, das die Gäste, eine Improtheatershow, die Lachmuskeln und eine Ein-Euro-party, die die Leber beanspruchte. Die Gäste wurden wie bei FDL-Turnieren üblich bei Clubmitgliedern untergebracht, die im Mainzer Fall selbst aus Wiesbaden, also anderen Bundesländern kommen. Aber eigentlich ging es ja mal wieder um Debatten, davon 3 Vorrunden, zwei Halbfinales und ein Finale. Und wo kamen die lustigsten Debattierer Deutschlands her?

Wer fehlt? Vorjahresgesamtsieger Marburg!


Münster aus Westfalen! Aus Westfalen! Eine Länderei, die für das Fehlen eines ausgeprägten Humors bekannt ist. Aber die Titelverteidiger(zu 2/3; 1/3 war Jena) im Halbfinale von zwei Dresdenern und einem Mainzer mit der besten Einzelleistung des Turniers (251 Punkte) herausgeschmissen wurden. Diese trafen auf die Münsterander, die Freiburg mit nur einem Punkt Unterschied schlugen. Der Schlüssel zum Münsteraner Erfolg könnte in einer gewissen Konstanz begründet sein, da zwar kein Redner von ihnen die magische 50 oder das Team die 250 knacken konnte, aber alle drei in den Ausscheidungsrunden einen 48,5 Punkte Schnitt redeten und beide Male insgesamt 243 Punkte für das Team zu buche standen. Dies wird durch die Feststellung unterfüttert, dass der beste Münsteraner immer (Final- und Vorrundentab) hinter einem Redner aus jedem anderen gebreakten Team steht. Für die Saisontabelle bedeute dies, dass die Schnecke des letzten Jahres Tempo aufgenommen hat und einen für Münster seit Beginn der Aufzeichnungen erstmaligen ersten  Platz in der Tabelle besetzt (sogar ein zweiter wäre ein Novum gewesen). Dahinter haben nur noch Bonn von drei jungen Debattieren profitiert und einen Sprung nach oben gemacht. Der Mangel an Bewegung begründet sich dadurch, dass unter den bepunkteten Clubs 6 diese Saison zum erstenmal mit Punkten heimfuhren oder sogar antraten.

30 Punkte sind derzeit noch die Glasdecke, die Einzelerfolge von Punktesammlern trennt.


Auch in dieser Tabelle dürfen wir 5 neue Namen begrüßen. Allen voran den Top of the Tab Redner Thore Wojke, der als Einziger einen 50,00er Schnitt erreichte. Nicht in der Tabelle ist der Meister der Späße, weil beste Finalredner, Marcel Sauerbier, der nach zwei sehr starken Reden im Finaltab den zweitbesten Schnitt (48,8) vorweisen kann aber nach den Vorrunden "nur" auf Platz 9 zu finden war. Das wir noch eine Frühe Phase der Saison haben lässt sich daran ablesen, dass es für die Top 6 Redner mit der Ausnahme von Philipp Schmidtke das erste Saisonturnier war.

"Mainz, Mainz, Mainz!"
 - Annonymer Münsteraner nach dem Finale, irre einen Pokal streichelnd
Finaltab

HINWEIS: In diesen Artikel hatte sich ein Fehler eingeschlichen. Vermutlich aus Reflex wurde bei der Berechnung der Tübinger Punkte 20/3*2 ~ 14 errechnet (oder aber wir haben die Aufteilung beim übertragen vergessen). Korrekt war aber nur 14/3*2 = 9. Dadurch hat Münster sogar Tübingen überholt.
Andere Mixed Teams zur vollständigkeit:  Dresden Mainz 16/3*2= 11(DD), 5(MZ aber durch eigenes Team verfallen) Aachen Jena 5/3*1=2(AA) 3(J)