Die Freie Debattierliga (FDL) ist der Zusammenschluss dezentral organisierter Debattierturniere im deutschsprachigen Raum zu einem gemeinsamen ganzjährigen Wettbewerb sowohl zwischen Clubs als auch Einzelrednern.
Die FDL-Regeln finden sich hier, Kontaktaufnahme mit den Koordinatoren Sabrina, Nicolas und Philipp ist per E-Mail möglich.

Dienstag, 11. August 2015

Schon vorm Bodden mental im Urlaub?

Ja, es war Boddencup. Und ja es gab Punkte. Und ja, die Saison ist vorbei. Und ja, der Blogpost kommt verspätet. Doch wann wenn nicht nach einer solchen Saison darf ein Berichterstatter erschöpft sein? Wir hatten großartige 14 großartige Turniere! Das waren 3 mehr als letztes Jahr und Ausrufezeichen für die Diversität in der (diesmal leider nur) deutschen Clublandschaft. Aber zurück zum letzten Turnier der Saison! Was erwartete uns? Trotz der vielen vorherigen Turniere hatten die drei Chefjuroren, Tobias Kube, Franziska Städter und Philip Schröder noch frische Themenideen. Gewohnt hochwertig war der Greifswalder Verpflegungsapparat. Was ist besser als ein Warmhaltebox voller Gegrilltem und Mülltonnen voll mit Salat direkt nach Ende der letzten Runde? Auch schön war, dass das Wetter es trotz Sturm am Morgen am Abend ein Boddenbad zulies. Diesmal sogar ohne Mücken! Das zu viele Turnier zu Kopf steigen, zeigte sich daran, dass einige Spaßvögel voll Übermut an Ort und Stelle einen Debattierclub gründeten.

Nein, hier ändert sich nichts mehr
Dass irgendwann Turniermüdigkeit einsetzt, zeigt Mainz, die nach der deutschen Meisterschaft nicht mehr den absoluten Siegerwillen hatten und kein Team nach Greifswald schickten. Aber Greifswald verhielt sich wie die ungefähr Zeitgleich stattfindende Finaletappe der Tour de France und ein richtiger Angriff wurde nicht mehr gefahren. Die Tübinger hätten nur einen Finaleinzug benötigt, entschieden sich aber für Anfängerförderung. Auch die Möglichkeit über einen Mixedteam Sieg der Tübinger oder einen Einzelsieg für Münster zumindest gleich auf mit Mainz zu landen, verhinderte eine Berliner Mauer aus 4 Teams der BDU im Finale. Und nach dem Vergleich mit dem Rad- nun  einer mit dem Fußsport: Wie der DFB-Pokal hat der Boddencup seine ganz eigenen Regeln. Hinter den Sieger-20 Punkten gibt es zweimal 4,5 für Aachen und Potsdam und einmal 5 für Münster.


Wer aufgepasst hat wird sich fragen, wie kam der Pokal nach Mainz? Wir hatten das Glück, dass Saskia Höfer ohne ihren Club als Jurorin angereist war und den Pokal mitnehmen konnte. Zurecht wie wir finden, da sie zusamenn mit Alexander Labinsky den einzigen rein Mainzer Turniersieg holte.

Dabei fällt auf: Kein Club hat zweimal ein Turnier gewonnen. 8 Clubs und 5 Mixed Teams gewannen.

Nein, die vom letzten Jahr sah anders aus


In den Top sechs der Tabelle hat sich zwar nichts mehr geändert, aber immerhin haben sich mit Franziska Frese und Pegah Maham noch zwei Frauen in die Top 20 gesprochen. Platz 1 der Rednerliste hat diesmal Konrad Gütschow, der Vorjahres-Zweite inne, während der Sieger der letzten Saison, Lennart Lokstein, auf Platz zwei der Tabelle landete. Die beiden versprachen, nachdem sie sie vergessen (oder geplant?) hatten,  die Wandermedaillen in Tübingen auszutauschen. Auf Platz 3 landete Christian Strunck als Erster einer ganzen Reihe starker MainzerInnen (4/5 in den Top 10/20).  Wenn wir schon beim gendern sind: Insgesamt haben wir eine Frauenquote von 27% auf Turnieren und 10/25% in den Top 10/20. Meine (wenigen) Damen und (vielen) Herren, das ist leider zuwenig.

Zuletzt vergeben wir noch einige Fleißsternchen und nominelle Preise:

- Die Goldene Socke für die Meisten Turnierteilnahmen geht an Erik Thierolf mit beängstigenden 11 (elf  !!!11einseinself), den wir auf dem Boddencup zu unrecht durch anonyme Tabs und Redaktionsfehler unterrepräsentiert hatten.

- Der Amazonenclub der Saison sind Frankfurth und Heidelberg Debating mit einer Frauenquote von 63%
- größtes Turnier: Münster mit 72 Teilnehmern

- meisten Redner in den Top 20: Mainz mit 5

- meiste Redner: BDU und Münster mit jeweils 29 verschiedenen Menschen
- meiste Bepunkte Redner: BDU mit 20 Bepunkteten.

Zuletzt noch ein paar persönliche Worte von Philipp:
1) Liebe Bonner, es tut mir schrecklich leid, dass ich euch keinen Text geschrieben habe. Ihr hattet ein wunderbares Turnier, mit allem was man als Debattierer braucht. Inclusive einer mega Party und billigem Alkohol!

2) Liebes VDCH-Land, es tut mir leid dass ich so oft die Artikel, die ich schreiben sollte, verschleppt habe. Einige von euch haben aber immer wieder interessiert nachgehakt und mir geholfen meine Trägheit zu überwinden.

3) Liebes FDL-Koordinatorenkollegium, es war mir eine Freude mit euch zusammen zu arbeiten.

4) Liebe zukünftige Koordinatoren (insb. aber nicht begrenzt auf Felix und Sabrina), ich zähle drauf, dass ihr mein Niveau haltet, aber schneller abliefert.

5) Mal sehen was die Zukunft bringt. Ich erwarte gespannt welchen Namen mein Hintergrundpöstchen bekommt.

Ganz zuletzt will sich auch Sabrina noch zu Wort melden:
1) So gern ich es versprechen würde, liebe FDL-Clubs, es wird bestimmt wieder ein paar Schubser brauchen, damit alle Artikel zeitnah kommen. Aber wir versprechen, dass wir uns größte Mühe geben werden. Wer weiß, vielleicht ist "auf die Füße-Treten und Druckmachen" Philipps nächste Bestimmung!

2) Lieber Philipp! Ich bin wohl nicht die Einzige, die dich an der vordersten Front der FDL vermissen wird. Wenn jemand den FDL-Geist verinnerlicht hat, dann bist du das und du hast ihn so etabliert, dass bestimmt nicht verloren geht. Es hat bis zum letzten Post gebraucht, aber inzwischen konntest du sogar mir beibringen, wie man eine Exceltabelle richtig liest. Ohne dich wäre die FDL vermutlich nicht so gewachsen und sie ist in den letzten Jahren ziemlich gewachsen. Ich bin sehr froh, dass du uns als Hintergrundmann weiterhin erhalten bleibst!

Samstag, 1. August 2015

Die Debateland-Chroniken Teil 1: Die FDL und ihre Waffen

Es war einmal in Debateland, da gab es ein paar verrückte Menschen, die entschlossen sich, den lieben langen Tag nur zu reden. Und weil sie nicht alleine waren mit ihrer Leidenschaft, wurden sie bald mehr und mehr und überall tauchten neue Redner wie Pilze aus dem Boden auf. Aber umso mehr sie wurden, umso aufmerksamer wurden die Monster der Zivilisation: das Geld und die Bürokratie. Um ihnen gerecht zu werden, gründete man einen gemeinsamen Verein, den VDCH. Das Wachstum war nicht mehr aufzuhalten und man gewöhnte sich langsam sogar daran, mit den Monstern Geschäfte zu machen. Luxus gegen Geld, Bürokratie gegen Legalität. Und so wünschten sich einige einen Ort, an dem die Monster nicht mitsprachen und stattdessen die Freiheit regierte; an dem man Partys feiern, bunte Themen diskutieren und ein jeder mitregieren konnte. Ein solcher Ort wurde gefunden und FDL genannt. Aber da auch hieran immer mehr Menschen Gefallen fanden, konnten sich die Monster Geld und Bürokratie langsam mit einschleichen. Sie klopften nicht an die Tür, sie waren einfach plötzlich da. Und es dauerte gar nicht lange, da wurde man sie nicht mehr gänzlich los. Also suchte man sich einen großen Bruder und fand ihn im VDCH. Von da an wurde die FDL geschützt, unterstützt und angehört.
Doch wie kleine Brüder so sind, lassen sie sich ungern reinquatschen - und selbst wenn sich der große Bruder nicht einmischt, fühlen sie sich doch immer beobachtet.

Liebe FDL-Clubs,
nicht nur in Debateland muss man sich manchmal einen großen Bruder suchen. Auch wir haben das vor einigen Jahren getan und uns dem VDCH angeschlossen. Seitdem sehen manche unsere Selbstbestimmung und Freiheit bedroht. Dagegen haben wir jedoch einige Waffen, die wir jederzeit einsetzen können.
Da sind zum Einen unsere gewählten Koordinatoren. In Debateland wären sie so etwas wie die Stadtverwalter, im realen Leben sind sie insbesondere Ansprechpartner. Wann immer ihr ein Anliegen, Problem, Beschwerde, Wunsch oder etwas anderes auf dem Herzen habt, sind wir für euch erreichbar. Unsere Aufgabe ist dabei nicht, Regelungen für euch zu treffen oder Änderungen zu übernehmen, sondern eure Ideen umzusetzen. Wir sind so etwas wie die Hüter der Prinzipien der FDL: die Freiheit, alles zu tun und die Möglichkeit für jeden, überall teilzunehmen. Dabei versuchen wir natürlich, eure Meinungen weiterzuleiten und die Liga so zu gestalten, dass ihr euch darin wohlfühlt.
Aber ihr könnt auch selbst etwas tun. Wenn euch eine Änderung, beispielsweise auf der VDCH-MV, nicht gefällt, dann habt ihr ein Veto-Recht. Wie funktioniert das? Jeder, der in der letzten Saison ein Turnier ausgerichtet oder daran teilgenommen hat, ist automatisch ein Club der Liga. Auf der MV werden dieses Jahr über verschiedene Änderungen in der FDL abgestimmt. Anschließend werdet ihr zu einer weiteren Abstimmung aufgerufen: dafür oder dagegen. Erst, wenn auch die Mehrheit der FDL-Clubs für die Änderung stimmt, tritt sie in Kraft. Das bedeutet, dass der VDCH nichts bestimmen kann, was wir nicht wollen.
Wir heißen zwar Liga, wir haben Koordinatoren und wir gehören irgendwie dem VDCH an - aber letztendlich bestimmt jeder einzelne Club mit, wie unsere Zukunft aussieht. Mit dem Veto-Recht ausgestattet, ist es unmöglich, uns unsere Freiheit als demokratische Liga nehmen zu wollen. Wir müssen nur anerkennen, dass das Monster Geld (und damit der Wunsch nach Sponsoren) bereits in uns steckt und wir unsere Freiheit, jeden auf jedes Turnier zu lassen, nicht zwingend für andere Ideen aufgeben dürfen.

Freitag, 17. Juli 2015

Harry Potter und die wundersamen Reden


Sie leben direkt unter uns. Man merkt sie nicht immer und doch sind sie da. Im Verborgenen üben sie ihre Fertigkeiten an Zauberkugel, Reagenzglas und Besen. Dieses Wochenende trafen sich einige von ihnen in Heidelberg um sich im Fach der magischen Rhetorik zu messen. Zu zauberhaft neuen und innovativ speziellen Ideen wurde die Welt der Zauberer und Hexen diskutiert und beleuchtet. Andrea Gau und Wiebke Nadler hatten sich Themen überlegt, die dem Namen „Trimagisches Turnier“ gerecht wurden und sicher den ein oder anderen Zauberhut qualmen ließen. Infrage stand der sprechende Hut, Dumbledores Plan mit Harry und das Böse ganz an sich. 12 Teams aus 11 Clubs hatten sich der Herausforderung gestellt und nicht nur in drei Vorrunden, sondern auch in Halbfinale und Finale ihr magisches Können unter Beweis gestellt.

Leider sind auch die Hauselfen der FDL nicht vor Fehlern geweiht. In den Berechnungen der letzten Turniere hat sich der Fehlerteufel eingeschlichen und daher den ein oder anderen Punkteabstand verzerrt. Wir entschuldigen uns sehr dafür. Nach Dobbys Vorbild werden wir nicht nur ein schlechtes Gewissen haben, sondern vor Greifswald auch Nachtschichten einlegen um ein definitiv richtiges Ergebnis vor dem letzten Turnier der Saison gewährleisten zu können. Das Ende der Saison wirft seine Schatten voraus und wir sind auf den letzten Metern doch noch einmal über Ziffern, Zahlen, und die eigenen Füße gestolpert. Beschwerden und Kummer nehmen wir auf uns.
Wir geloben nicht nur Besserung, wir möchten auch eine weitere Ankündigung in eigener Sache machen. Die neuen FDL-Koordinatoren haben sich zusammen gefunden. Alt, neu, scheinbar unscheinbar – das neue Jahr hat noch gar nicht begonnen und schon stehen die ersten Entscheidungen dafür an. Jeder FDL-Club sollte seit heute eine Mail in seinem Postfach haben mit allen wichtigen Namen und Infos und vor allem der Bitte um Abstimmung.

Aber kommen wir zurück zum Kern unseres Daseins: der Tabelle! Jetzt am Ende wird es erst richtig spannend. Wie wird das letzte Turnier aussehen und vor allem: wer darf sich noch Hoffnungen machen? Die drei ersten Plätze haben sich auf eine überraschend gleiche Armlänge von 10 Punkten geeinigt. Liebe Tübinger, noch ist alles drin. Liebe Mainzer, das habt ihr noch nicht sicher in der Tasche. Bei einem Kopf-an-Kopf-Rennen in Greifswald ginge Mainz zwar mit einem Vorsprung ins Ziel, aber der finale Endspurt der Tübinger soll nicht zu verachten sein. Beide Teams haben sich in dieser Saison nichts geschenkt und waren auf jedem Turnier vertreten. Mainz ist dabei allerdings zweimal leer ausgegangen. Die Unsichtbaren unserer TopTen sind bisher Potsdam und Göttingen, die mit nur vier Starts (und 6 Teams) auf Platz 6 und 9 landen konnten.





Und was haben die Einzelredner in unserer Tabelle verhext? Konrad Gütschow hält seinen ersten Platz auch nach dem letzten Turnier weiter tapfer mit 4 Punkten Vorsprung. Um ein Streichergebnis zu haben, dass Lennart Lokstein ebenfalls auf das oberste Treppchen katapultiert, müsste er in Greifswald im Falle einer Teilnahme mindestens 28 Punkte erreichen und Konrad dürfte nicht besser als Dritter werden. Man merkt, die Rechenspielchen haben begonnen! Dahinter dominiert Mainz die Tabelle. Gleich drei von ihnen teilen sich die Ränge 3-5 untereinander auf, unter ihnen auch der Finalteilnehmer aus Heidelberg Alexander Labinsky. Etwas durchmischter, aber immer noch unter wenigen Clubs aufgeteilt geht es weiter: bis Platz 11 sind nur 4 Clubs, davon 3 bekennende OPD-Clubs, vertreten. Unser höchster Neueinsteiger kommt ebenfalls aus dem Süden. Sascha Schenkenberger schafft den Sprung um 43 Plätze und sammelt in nur zwei Turnieren genug Punkte, um Platz 15 der FDL erreichen zu können - genau wie Sarah Kempf. An dieser Stelle ein Aufruf an alle Frauen: in der Top10 hält nur Allison Jones die Fahne für die weibliche Fraktion weiter hoch. Sabrina konnte sich zwar um einen Platz verbessern, aber die Frauenquote in den Top10 nicht anheben. 



Wir sind gespannt auf  den neuen FDL-Siegerclub, sowie den ranglistenbesten Redner. Gekürt wird er ganz traditionell in Greifswald. Man sieht sich bei Sonne, Strand und Meer.

Freitag, 10. Juli 2015

Von Wüstenduellen und pinken Planschbecken - Magdeburg!



Staubtrockene Straßen. Steppenläufer rollen vorbei. Die Sonne brennt und der Schweiß tropft von der Stirn. Im Salon stößt man mit eisgekühltem Wasser statt lauwarmem Bier an. Auge in Auge stehen sich die Kontrahenten gegenüber. Ein Wort gibt das andere, bis einer abdrückt und trifft. Kaltes Wasser tropft von der Stirn. Jubel. Bei den wüstenähnlichen Temperaturen am Wochenende in Magdeburg ist jeder Tropfen kühles Nass willkommen und die Ausrichter haben fleißig vorgesorgt: ein Planschbecken, Wasserpistolen und Getränke in reichlicher Menge kühlten zwischen den Debatten die verschwitzten Gemüter. Während sich andere im Freibad räkeln, stritten sich 20 Teams mit 40 Rednern um den Titel der ElbeOpen. Im überraschend kühlen Verkündungsraum ließen die Chefjuroren Felicitas Höer und Philip Schröder die Gehirne wieder warm laufen. Es wurde geredet über Aktionen für (oder gegen?) Flüchtlinge, Organspenden und die Vereinbarkeit von Religion und Militär. Beim abendlichen Grillen, bei dem die Magdeburger sich nicht zu Schade waren, für das Wohl der Teilnehmer am Grill zu schwitzen, brachte ein Gewitter endlich die lang ersehnte und zumindest kurzfristig wirkende Abkühlung. Wem die Hitze jedoch fehlte, konnte sich beim Social in einem umgebauten Gefängnis zu Electromusik wieder warm tanzen. Leider reichte der Schauer nicht, um auch beim Halbfinale und Finale die Gedanken an Wüste, Sand und den Wunsch nach einem Badesee zu unterdrücken, doch die Teams schlugen sich wacker im Kampf um Viagra für Frauen und Flüchtlingshilfe in der EU. Am Ende konnte Potsdam den kühlsten Kopf bewahren und wurde zum Sieger über die Hitze erklärt. Leider verbieten die FDL-Regeln es ihnen die vollen punkte zuzurechnen, da zwei Herzen in Freddy's Brustvschlagen und sein erstes Turnier zufällig für die BDU war. Wer der König des Planschbeckens wurde, ist leider nicht dokumentiert. Die FDL-Koordinatoren berichten aus erster Hand von Wasserattacken noch bis kurz vor Erreichen der Finallocation im Guericke-Haus. Ob es sich dabei um den Kampf um die Krone oder lediglich lebenserhaltende Maßnahmen handelte, kann nicht mehr gesagt werden.
Der Kampf um die FDL-Spitze ist dagegen sehr genau dokumentiert und geht so langsam in die letzten Runden. Es ist spannend! Wie viele Teams sind noch im Rennen? Und wer hat sich schon verausgabt?

Funfact: Noch kein Club konnte zweimal die vollen 20 Punkte abräumen


Tübingen schwächelt in der Sommerhitze und überlässt die Spitze nun Mainz. Nur 8 Punkte trennen unsere Spitzenreiter. Das sind in FDL-Kriterien lediglich ein Erster und ein vierter Platz um den Gleichstand zu erreichen. Münster ist dagegen leider zu seiner alten Form als Schnecke der Liga zurückgekehrt. Sie sind schon 20 Punkte hinter dem Spitzenreiter. Da kann sie aber auch ein wenig verweilen; der BDU fehlen 30 Punkte auf das Treppchen. Die Rederei dahinter legt zwar an Tempo zu, muss sich aber dennoch mit Platz 5 begnügen. Vielleicht hilft ihr der kurze Anreiseweg zum bald anstehenden Turnier direkt vor ihrer Haustür?
Auch der Kampf um Platz 10 ist neu eröffnet. Jena versucht zwar einen Vorsprung herauszuholen, aber noch hat Hamburg alle Chancen am Ende des Jahres auch aufgeführt zu werden.

Funfact: Willy hat zwar insgesamt nur etwa halb so viele Punkte geholt wie Lennart, doch die vier besten Turniere reichen für einen Abstand von lediglich 20 Punkten


Bei den Rednern mischen wir kräftig durch - ab Platz 3. Nikos Bosse wird vom Podium geschubst und rutscht ab auf Platz 9. Neuer Bronzegewinner ist Willy Witthaut, dicht gefolgt von Christian Strunck und Alexander Labinsky, die sich den 4. Platz teilen. Aufmerksame FDL-Blogleser werden merken: die Tübinger Dominanz auf dem Treppchen ist gebrochen. Zwar gehören ihnen noch die ersten beiden Plätze, doch dahinter baut sich mit gleich drei Mainzern eine dicht geschlossene Verfolgergruppe auf. Es wird mit Spannung erwartet, ob sie sich eher untereinander die Plätze streitig machen oder gemeinsam das Treppchen erstürmen wollen.
Wie sieht es am unteren Ende der 20 besten FDL-Redner aus? Zuvor noch gut dabei, rutscht Peter Giertzuch auf den wackeligen 20. Platz ab. Vor ihm steht Robert Pietsch, der mit nur zwei Starts 40 Punkte sammeln konnte. Die meisten Punkte mit den wenigsten Starts hält jedoch Andreas C.Lazar mit 24 Punkten im Schnitt. Insgesamt sind die Top-20-Redner übrigens 80-mal auf den Turnieren zu sehen gewesen; pro Person also ungefähr 4 Turniere. Das lässt sich noch steigern! Um genau zu sein auf sechs: zwei weitere Turniere erwarten uns diese Saison noch.


Zeit, ein kleines Fazit vor dem Endspurt zu ziehen: Münster hat langsam, aber stetig begonnen. Belohnt wird das allemal! Ganz vorne jedoch wird es auf einen Kampf zwischen Mainz und Tübingen hinauslaufen. Die beiden Clubs aus dem Süden werden sich beim Nordturnier am Ende der Saison beweisen müssen.
Als Redner glänzt Konrad Gütschow durch stetiges Belegen des ersten Platzes. Aus dem gleichen Club kommend hält sich Lennart weiter tapfer wenige Punkte dahinter. Aus vielen, fast punktgleichen Tabs wissen wir: beide können dem anderen die 4 Punkte Unterschied noch abknöpfen. Dahinter gab und gibt es ein buntes Wechselspiel, meist in Weiß-rot-Mainz gehalten, immer wieder von anderen Clubs durchzogen. Die FDL hat dieses Jahr die 12-Turnier-Marke geknackt – das heißt für alle Redner: vier Turniere werden gewertet. Es kann also noch einiges passieren! Wir sind gespannt!

Montag, 1. Juni 2015

Spät, aber dafür doppelt soviel



Das Ziel der FDL ist es, neu und innovativ zu sein. Diesmal gibt es aus Zeitgründen ein Doppel Feature. Wir freuen uns die Punkte aus Jena, der offenen thüringischen Meisterschaft und vom Brüder Grimm Cup aus Marburg zusammenzufassen. Leider lassen sich die beiden Turniere nicht über einen Kamm scheren, denn bemüht sich um eigene individuelle, anspruchsvolle Konzepte.
Jena gehört in die Kategorie „Wenn die Kinder weiterhin so verwöhntet, dann schlafen die bald nur noch in echten Betten“. Dies fing an mit Müsli zum Frühstück, einer Käseplatte (!) und Red Bull Sponsoring und endete bei einer angeregneten Grillparty, einem Frühlingsfeuerwerk und einer Party Location, von der einige heute noch nicht wissen wie sie von innen aussah. Das könnte aber auch an der lauen Sommernacht, an davor ausgeschenktem kostenlosen Alkohol und der Fußläufig erreichbaren besten Pommes Ostdeutschlands gelegen haben.
Marburg hingegen bewies, dass flachste Hierarchien tolle Turniere im klassischen Marburger Stil organisieren können. Versorgt wurden die Debattierer mit leckeren, klassisch vegetarischen Speisen (Suppe, Nudeln, Teigdingermitfüllung?) durch eine Basisbesatzung von gefühlt 5-7 Helferlein ohne übergeordnete Führungsebene. Die Party fand an der üblichen Location der Nähe des Bahnhofs statt (kennt ihr nicht? Dann wart ihr noch nie auf einem Marburger Turnier! Und damit habt ihr viel Gastfreundschaft verpasst!!!)
Insgesamt bedanken wir uns für die wunderschönen Turniere die die knapp vor der DDM natürlich zum Warmlaufen optimal geeignet waren. Und kommen jetzt zu neuen(?) Tabelle:

Funfakt: Wir haben insgesamt 27 Clubs mit Punkten
Tübingen hat sich ganz nach vorne geschoben durch ein 2. und ein 1. Platz in den beiden Turnieren und Mainz hat seinen Vorsprung durch 2-malige Anfängerförderung eingebüßt. Münster holte gegenüber Mainz auf, konnte aber nicht auf dem 2. Platz verweilen, da der Mainzer Vorsprung zu groß und der Tübinger Turbo zu schnell waren. Mit saftigen 32 Punkten Abstand dahinter belegt die BDU jetzt durch zwei 3. Plätze Rang 4. Den Göttingern tat der Sieg auf der OTM gut (jetzt Rang 9) und Jena konnte sich mit 2 soliden Leistungen auf Platz 10 einordnen. Ansonsten gehen 3 Punkte des Bamberger Teams in Marburg an Karlsruhe. Und in Jena schaffen es Hannover, Wuppertal, Köln aus einem Punkt (Platz 10) magisch 3 Punkte zu machen, indem sie diesen als mixt Team splitten.

Funfakt: Die Top 20 Redner kommen gerade mal aus 9 Clubs

Auf den oberen Rängen zeigen sich die Folgen einer langen OPD - Saison. Der derzeitige top Club stellt die Top 3 Redner, der zweitbeste Club den Platz 4 gleich dreimal. Direkt dahinter ist Christoph Saß aufgetaucht. Wer sich wundert, wo der beste Redner der OTM steht, der muss ins Turniertab gucken. Einmalige Bestleistungen werden mit einem sechsfachen geteilten Platz 25 belohnt. Dort sitzen 5 Einzelleistungen und eine Doppelleistung. Die große Aktion in der Rednertabelle findet auf den Plätzen 18-25 statt, wo 3 Münsteraner, ein Hamburger, ein Tübinger und der ganze Haufen top the Tabs zwei Potsdamer mit nur 6 Punkten Abstand belauern.

Ob die FDL als Prognosetool für größere Turniere geeignet ist, werden wir nach der D DM in Münster berichten können.
Vorrundentab aus Jena  (Achtung ein Bug hat die Sortierung nach Runden gefressen!)
Vorrunden und Finaltab aus Marburg(wird nachgereicht, wenn Datenschutzzettel aufgefunden wurden).

Freitag, 24. April 2015

Tübingen gewinnt das HeidelBÄM 2015 – Putin leugnet Einflussnahme

Am vergangenen Wochenende folgten DebattantInnen aus der ganzen Republik der Einladung der  Rederei Heidelberg zum zweiten HeidelBÄM. DebattantInnen aus der ganzen Republik? Nein! Ein kleines Dorf im mittleren Nordosten leistete erbittert Widerstand und trat nicht an.

Dennoch war es ein gelungenes, ja wahrhaft spaßiges Turnier. Eine Blitzumfrage bei den TeilnehmerInnen macht hierfür unter Anderem die kluge Platzierung von Werbemitteln der Destille Heidelberg verantwortlich. Das konnte durch unsere Recherchen allerdings im Nachhinein nicht mehr bestätigt werden. Das angebliche Beweismittel Heidelberger Melonenschnaps konnte schlicht nicht mehr aufgefunden werden. Wir gehen daher von einem auch ohne berauschende Substanzen hervorragend organisierten Turnier aus.

Die von der Chefjury, bestehend aus Willy Witthaut und Nikos Bosse, gesetzten Vorrundenthemen (VR 1: Sollen alle politischen Ämter (z.B. Kanzler*in,Bürgermeister*in, Minsterposten) maximal einmal von ein und derselben Person bekleidet werden dürfen?; VR 2: Sollen armutsgefährdete Personen nicht an medizinischen, finanziell vergüteten Studien teilnehmen dürfen, die potentiell gesundheitsschädigend sind?; VR 3: Sollten Betreiber von Suchmaschinen spezielle Behörden zur psychologischen Unterstützung informieren, wenn Suchanfragen von Personen auf suizidale Absichten hinweisen?) kamen insgesamt gut an.

Das Finale zum ThemaSollte der Westen versuchen, durch gezielte Undercover-Aktionen wie z.B. Sabotage, inszenierte Skandale, aktive Unterstützung oppositioneller Gruppen, Veröffentlichung und Weitergabe vertraulicher Dokumente an die Presse usw., das Regime Putins zu stürzen.“ gewann das Team „Streitkultur Athene“ in der Opposition gegen die Regierung „Mainz Antoinetta“.

Damit ergibt sich in der Tabelle nunmehr folgendes Bild:
 
Nix zu sehen, da fast nur Mainzer, Tübinger und Heidelberger

Zum besten Finalredner kürte das Publikum unverständlicher Weise einen wild herumfuchtelnden, etwas blassen, unnatürlich großen Menschen aus Mainz, der auch das Vorrunden-Tab anführte, hier aber namentlich – angeblich aus Angst vor Racheakten Moskauer Agenten – nicht genannt werden möchte.

Neben vielen weiteren Gratulanten und Gratulantinnen beglückwünschte dem Vernehmen nach auch der Präsident der Russischen Föderation, Wladimir Putin, die Sieger aus Tübingen.

Einiges zu Feiern, weil gar keine Konkurrenz: W.Putin Foto:Künstlerische Nachstellung


Gerüchte, das gesamte Turnier – insbesondere das Finale – sei von Mitgliedern des russischen Auslandsgeheimdienstes „SWR“ (Служба внешней разведки Российской Федерации; Sluschba wneschnei raswedki) unterwandert gewesen, konnten bisher nicht bestätigt werden. Auf Nachfrage unseres Russlandkorrespondenten Egon Adam Rümmelsberger ließ der Kreml zunächst mitteilen, es seien keine russischen Einsatzkräfte in Heidelberg stationiert. Spät am Dienstagabend gab Präsident Putin selbst dann in einem Live-Interview gegenüber den Kollegen von „Russia Today Deutschland“ (http://www.rtdeutsch.com/) in akzentfreiem Deutsch an, er habe niemals Agenten nach Heidelberg entsendet. Überhaupt sei der Vorwurf, der SWR habe versucht, durch gezielte Undercover Aktionen, wie beispielsweise Sabotage, inszenierte Skandale, aktive Unterstützung der Opposition im Finale, Veröffentlichungen und Weitergabe vertraulicher Dokumente an die Presse, usw., den Sieg der Regierung zu verhindern, seien „geradezu lächerlich“. Falls aber einzelne Mitglieder des SWR sich dazu entschlossen hätten, ihren wohlverdienten Sommerurlaub im schönen Heidelberg zu verbringen, so könne er dagegen nichts machen. Russland sei immerhin ein freies Land und das Lied „Ich hab mein Herz in Heidelberg verloren" kenne im russischen Geheimdienstapparat fast jeder noch aus DDR-Zeiten. Dass die Opposition sich im Finale Durchgesetzt habe, sei nur Recht und billig. Ein hochqualifiziertes Expertengremium habe schließlich in demokratisch lupenreiner Weise eine Entscheidung getroffen. Der Westen möge sich doch bitte also an seine eigenen, viel besungenen Werte halten und diese demokratische Entscheidung akzeptieren. Zum Ende des Interviews schlug der Präsident aller Russen auf der Welt noch versöhnliche Töne an: Er habe durch unsere Nachfrage von der desolaten Situation russischstämmiger deutscher DebattantInnen überhaupt erst erfahren. Zum Schutze der Minderheit in der deutschen Debattierszene habe man bereits erste Schritte eingeleitet. Unter anderem solle schon zur nächsten Deutschen Meisterschaft in Münster ein Hilfskonvoi mit Blöcken, Stiften, Nahrungsmitteln und Gratisausgaben der russischen Staatszeitung „время“ (zu Deutsch: „Die Zeit“) das VDCH-Land erreichen.

Im Westen ergibt sich dagegen nichts Neues: 

Wenn sonst nix los ist bewegen die Koordiantoren die Tabelle halt selbst: der Dritte steigt ein, der zweite ist genau Leistungsgleich mit der ersten.