Die Deutschsprachige Debattierliga (DDL) ist der Zusammenschluss dezentral organisierter Debattierturniere im deutschsprachigen Raum zu einem gemeinsamen ganzjährigen Wettbewerb. Gewertet werden die Leistungen von Clubs, Rednern und Juroren.
Das Regelwerk der DDL findet sich hier, Kontaktaufnahme mit den Koordinatoren Alexander Osterkorn und Habakuk Hain ist jederzeit per E-Mail möglich.

Donnerstag, 10. November 2016

DDL-Start in Freiburg

„Saisonbeginn“ ist nicht nur der Titel einer lesenswerten Kurzgeschichte, sondern auch die Rolle, die der Freiburger Schwarzwaldcup in diesem neuen DDL-Jahr ausfüllen durfte.
Starteten die Saisons in den letzten Jahren gelegentlich bereits im Spätsommer, begann sie dieses Jahr bei einsetzend winterlichen Temperaturen mit dem Turnierevergreen aus dem tiefen Süden. Eifrig wie schon in den letzten Jahren bot der Freiburger Debattierclub mehrere Runden BPS-Debatten, schwäbische cuisine à la Spätzle, Glühwein gegen Kälte und Ideenlosigkeit und schließlich eine Mottoparty. Das ganze innerhalb des malerischen Freiburgs: Viel mehr geht nicht bei Service und Ambiente!

Münster vorne in Freiburg
(CC-by-sa 3.0/de, Urh: BrianKohn)
Mit 20 teilnehmenden Teams fand der Schwarzwaldcup dieses Jahr im größten bisherigen Umfang statt, was natürlich auch schon für das nächste Jahr vorsichtig hoffen lässt.
Auffälliges bei den Themen des Turniers? Scheinbar ein leichter Schwerpunkt auf aktuelleren Fragestellungen. Damals, in der vor-Trump-Zeit, als die Welt noch einfach zu erklären war…

Erfreut stellen wir fest, dass der Turniersieg hart umkämpft war, mit vielen Teams und Gesichtern die bereits im letzten Jahrgang obere Tabellenplätze belegen konnten. Darf man darin bereits die Vorboten eines in diesem Jahr ebenso hart umkämpften Saisonsieges sehen? Im Gegensatz zur Göttinger Übermacht des Vorjahres? Wir hoffen darauf und bleiben gespannt.
Weiterhin auffällig ist die größere Zahl an gemischten Teams, gerade auf den Breakpositionen. Vielleicht stellte die geografische Lage Freiburgs manche Clubs einfach vor ein Mobilisierungsproblem.

Aus Sicht der DDL bleibt in dieser Saison vieles beim alten, wenn auch mit kleinen Neuerungen. Auf der VDCH-Mitgliederversammlung im September beschlossen die Debattierclubs die Einführung einer neuen Regelung, die Bepunktung für die antretenden Jurorinnen und Juroren auf einem Turnier vorsieht. Jurierpunkte (JP) werden in drei verschiedenen Fällen an Clubs vergeben:
  1. Ein Club erfüllt die vom Turnier vorgesehene Regelung für Jurierplätze, in Freiburg die sogenannte „Clubregel“, also ein*e Juror*in pro Club der ein Team schickt.
    Dafür erhält der Club einmalig 1 JP.
  2. Ein Club übererfüllt diese Regelung noch und erhält dafür einen weiteren JP.
  3. Alle Jurorinnen und Juroren, die bei einem Turnier breaken, produzieren für ihren Club jeweils 1 JP.
Die Punkte werden dann mit den altbekannten Teampunkten verrechnet, was zur ersten Clubtabelle der Saison führt. Konkret kompensiert Freiburg das leicht schlechtere Abschneiden im Tab im Vergleich zu Mainz durch mehr breakende Juror*innen und dadurch mehr Punkte. Im Resultat teilen sich damit beiden Clubs den ersten Platz.
Gewonnen hat allerdings das gemischte Doppel aus Philipp Schmidtke und Julian Vaterroth aus Münster und Iserlohn. Herzlichen Glückwunsch!
In einem solchen Fall wird die Gesamtpunktzahl zwischen den beiden Clubs paritätisch aufgeteilt.

Die erste Clubtabelle von 16/17: Freiburg greift 4 Jurierpunkte ab und liegt somit auf dem geteilten ersten Platz
Die Einzelredner*innentabelle ist natürlich so früh in der Saison noch recht langweilig. Wir gratulieren aber natürlich trotzdem allen Redner*innen die in Freiburg Punkte geholt haben. Auch wenn wir auf den oberen Plätzen viele alte Namen wiedererkennen, freuen wir uns doch auch über ein paar neue Gesichter in unserer Tabelle. Erfreulich ist auch die höhere Zahl von weiblichen Rednerinnen.



Sonntag, 14. August 2016

Das war...die Saison



Und schon ist es wieder vorbei. Von Oktober bis Juli sind Menschen aus ganz Deutschland (und Umgebung) nach ganz Deutschland (und Umgebung) gefahren, um Punkte für ihre Clubs  und ihren Platz in der Rednertabelle zu sammeln. Nicht ganz so viele Turniere wie letztes Jahr, dafür mit einer runden Zahl zum Ende: 10 an der Zahl waren es und sie waren über ganz Deutschland verteilt. Gewonnen hat am Ende Göttingen. Keine Überraschung, das zeichnete sich ja schon sehr früh ab.




  Seit dem vierten Turnier befanden sie sich kontinuierlich und kaum gestört an der Spitze der DDL. Mainz hüpfte kurz näher an sie heran, aber den komfortablen Abstand von mindestens 15 Punkten konnte auch der DCJG nicht mehr aufholen. Am Ende waren es sogar 35 Punkte, die die Göttinger sich ergattern konnten. Ansonsten sehen die Kurven der Clubs wie ein modernes Gemälde aus: verschlungene bunte Pinselstriche, denen kaum einer eine Aussage abgewinnen kann. Wir können! Denn so viel bunt auf einem Haufen zeigt doch nur, dass die Clubs der DDL sich einen harten Wettkampf liefern und auf einem ähnlichen Niveau sind. Abgesehen vom Bayern München der diesjährigen Saison kann man da von einem richtigen Battle um das Protest sprechen.




Das zeigt sich auch in der Menge der teilgenommenen Teams und Clubs. Letztes Jahr waren es 44 Clubs und 646 Teams (Achtung! Mixed-Teams werden doppelt bis dreifach gezählt!). Allerdings, das soll hier nochmal gesagt sein, hatten wir da auch vier Turniere mehr in der Wertung. Dieses Jahr fehlten uns schmerzlich der Bodden-Cup und das Meer. Einige DDL-Koordinatoren trauern diesem Urlaubswochenende ganz besonders hinterher. Aber zurück zum DDL-Land. Das ist trotz weniger Turniere sogar noch gewachsen: ein Club mehr (das Internat Schloss Hansenberg) erhöht die Anzahl der DDL-Clubs auf 45. Dafür hat sich die Teamzahl auf 498 reduziert. Tja, ganz lässt sich die Verschlankung des Turnierkalenders eben doch nicht wegreden. Hoffen wir, dass es nächstes Jahr wieder mehr fleißige Turnierbienchen geben wird.

Soooo viele Punkte!


Kommen wir damit zum Dauerbrennerthema diesen Jahres: den Frauen. Mann, wo seid ihr bloß alle? Aber bevor wir schon wieder meckern, erstmal ein großes Lob an Frankfurt: 50% ihrer Teilnehmer waren weiblich! Gut, es waren auch nur zwei. Applaudieren wir also den Mainzern mit einer 40%-Quote bei 20 verschiedenen Teilnehmern. Was nach vielen Startern klingt, wird jedoch noch von Münster (25) und der BDU (29) getopped. Letztere profitierten vor allem von dem Potsdamer Turnier vor ihrer Haustür. Wir wollen hier kein public shaming betreiben, deswegen verzichten wir auf den imaginären Tortenwurf auf alle Clubs, die gar keine Frauen geschickt haben. Noch gibt es ja niemanden, der dafür gute Gründe nennen konnte. Begeben wir uns deswegen mal auf Motivationssuche bei denen, die das ja wissen müssen: den Frauen in der DDL-Tabelle. In den Top20 finden wir nur eine Einzige und die war in ihrer Funktion als DDL-Koordinatorin eben viel unterwegs. Fangen wir grob an: insgesamt haben wir 97 Frauen unter den 362 Rednern. Das macht einen Schnitt von 26,9%. Auch wenn wir uns die einzelnen Turniere anschauen, kommt dieser Trend hin. In Heidelberg hatten wir glatte 30%, in Mainz dagegen nur 13% Frauenanteil. Ähnlich niedrig war der Wert in Freiburg, obwohl das Turnier eher mit einer Frauenorga assoziiert wird (O-Ton Alt-Koordinator). Wenn es nun nicht die Assoziierungen sind, vielleicht sind Frauen dann einfach ein wenig fauler? Aber auch nach Erreichbarkeit aufgeschlüsselt, lässt sich kein sinnvolles Bild ableiten. Wir haben uns vieles angeschaut: Erreichbarkeit, Feature und Etabliertheit, aber noch sind wir der Sache nicht auf die Spur gekommen.
Aber zurück zu unserem Jahr. Insgesamt…nun, sind wir alle sehr weit gefahren. Die weiteste Strecke aber haben wohl die Hamburger zurückgelegt, die aus dem hohen Norden bis nach Heidelberg gekommen sind. Fleißig waren sie zwar auch, aber Göttingen, Mainz, Münster und die Rederei sind das letzte Jahr noch ein bisschen mehr gereist. Die Top-Quote hat keiner, aber diese vier haben nur ein Turnier ausgelassen. Auch die Goldene Socke geht an einen Menschen aus diesen Clubs: Jakobus Jaspersen aus der Rederei ist dieses Jahr auf schlappe neun Turniere gefahren und hat sich damit die Goldene Socke wohlverdient. Als effizientesten Redner können wir wohl Nicolas Eberle krönen, der mit nur zwei Turnieren die Top10 erreichen konnte.
Wenn wir schon mal bei den Rednern sind: was gibt es denn da noch Schönes zu sagen? Vor allem, dass wir viele sind. Und wir sind überall verteilt. In den Top10-Rednern finden sich sieben unterschiedliche Clubs, in den Top20 sogar schon elf. Die Übermacht der Tübinger und Mainzer (und der zwei tapfer überlebenden Redereiler) aus dem letzten Jahr ist somit durchbrochen. Die Punkte wurden ebenso bunter verteilt. Nur Christoph konnte zweimal die 30 Punkte holen; ansonsten konnten sich 7 weitere Redner über einen Top-of-the-Tab-Platz freuen und so die DDL am Ende noch ein bisschen spannender machen.
Zuletzt noch etwas in eigener (sabrinischer) Sache. Ich hatte zwei schöne Jahre in der DDL. Ich finde, sie hat sich sehr gut entwickelt. Zwar gab es in diesem Jahr weniger Turniere, aber die waren gut besucht und in der nächsten Saison sind schon die ersten Slots vergeben. Außerdem wurde es wieder ein bisschen lebhafter (mir wurde geflüstert, dass die DDL nach heftig umkämpften Jahren ein wenig eingeschlafen sei). Es ist schön zu sehen, wie viele Menschen sich Gedanken um die Zukunft der DDL machen und sich über Anträge oder Mails einbringen wollen. Ein bisschen tut es schon weh, die DDL jetzt in die Obhut anderer zu übergeben. Es war eine sehr schöne Zeit, in der ich viele Leute und vor allem viele Excel-Befehle kennen gelernt habe ;) Was das angeht, konnte ich definitiv nicht in Philipps Fußstapfen treten, aber ich hoffe, dass ich alles zu seiner und eurer Zufriedenheit gemanaged habe. Darum ging es ja schließlich: eine Liga für uns alle zu schaffen.
Den neuen Koordinatoren wünsche ich genauso viel Spaß und hoffe, dass sie mit der gleichen Begeisterung an die Sache herangehen können.
Tschüss, liebe Saison!

Donnerstag, 28. Juli 2016

Eieiei, was flog denn da durch Heidelberg? (von Philipp Schmidtke)


Die Saison ist vorbEI und wir verabschieden uns mal wieder von EInem HEIdelberger Finale. Diesmal sogar ZwEImal HEIdelbäm und DDL. HEIdelberg, nicht GrEIfswald? Warum mag der „Ich guck nur die PrEIsverlEIhung“ Leser raunen. Dieses Jahr fehlt lEIder das 12 Turnier. Dafür haben wir alle kEIne Mückensticke und bekamen Melonenschnaps. Letzteres in Verbindung mit EInem EIntagesturnier und EInem Barkeller ist das Spezialrezept der RederEI HEIdelberg für ganz großen Spaß. Manche Partytiere behaupten sogar sie hätten die ganze Nacht hindurch Doppelkopf gespielt und am nächsten Tag noch Kirchenflohmärkte, Hippstercafes und fragwürdige Werbetafeln erwandert. Ein Rezept für künftige Tabellenführer.

Wie schon die Tierfreunde von Debatte und Tier sagten: Lieber EInen Freund verloren als EIne Pointe gespoilert.


Die Themen des HEIdelbäms (Von Sabrina E. Jannis L. und Christian S) schienen in ihrer Seriosität noch von der DDM übrig geblieben zu sEIn (Obwohl diese ja in OPD und das HEIdelbäm in….ach nicht?) Wir lernten auf die harte Tour, dass brutale Analyse wohl auch in OPD nötig ist. Aber sonst wäre Jannis L. ja auch nicht EInes der persöhnlichen OPD-Vorbilder. Obwohl der von ihm als Präsident des Finales angekündigte Doppelabzug wohl nicht vergeben wurde.(Shame!) Während Final-Präsidierung und CA sEIn eher für EInen entspannten Turnierverlauf sprechen, ist wohl von der Kombination CA, Cheforganisatorin und Taxi für Crashgäste abzuraten. Ausser man ist wie Sabrina E. auch noch DDL-Koordinatorin und schEInt deswegen oder sogar trotzdem unendliche Kräfte zu besitzen.

Mit der DDM UND dem DDL Finale hat sich HEIdelberg vor Tübingen oder Berlin zur Hauptstadt VDCH-Lands gemacht. Nächstes Jahr dann DDM bEI der RederEI und Saisonabschluss bEIm DC? Dann kommen viellEIcht auch wieder mehr Berliner als nur das EIne Münsteraner U-Boot mit BDU Periskop.

Hier endet nun (endlich) der REIsebericht und die harten Fakten und nicht hartgekochten FlugEIer des DDL Finales serviert euch die Multitaskerin herself. 

Illustration der Eleganz des Passes von Autor PKS an SE

Nun, dass die Göttinger gewonnen haben - das war ja schon vor dem Turnier klar. Ein Hipp Hipp Hurra an dieser Stelle nochmal! Man kann es ja gar nicht genug feiern. Obwohl es für sie keinen Druck mehr gab, haben sie noch 8 Punkte aus dem geteilten Finaleinzug mit Frankfurt heimgebracht. Insgesamt waren sie sogar in drei Teams vertreten. Allgemein kann man das HeidelBÄM mit gutem Gewissen als das Turnier der Mixed-Teams bezeichnen. Von den angetrenen 18 Teams kamen insgesamt sieben aus mindestens zwei Clubs. Einige waren gar aus drei verschiedenen Städten angereist. So kommen wir in der Tabelle auf ganze 24 Teams,  obwohl natürlich nur 18 starten konnten. Die meisten Punkte konnte sich Mainz mit dem ersten Platz holen und - tadaa - sie springen damit auf den letzten Metern noch an Münster und Tübingen vorbei. Die beiden konnten in Heidelberg nur fünf Punkte für sich verbuchen und müssen so grummelnd die Silbermedaille wieder abgeben. Aufgrund der Mixed-Team-Zahl konnten nur wenige Clubs viele Punkte für sich verbuchen. Die Rederei hat es (durch ihren Job als Ausrichter) leider ganz verpasst, teilzunehmen. Andernfalls wären sie der einzige Club der Saison, der auf jedem Turnier mindestens ein Team stellte. Steter Tropfen hölt den Stein und sie erreichen damit einen guten 8. Platz in dieser Saison.
So viel zu den Neuerungen nach dem HeidelBÄM. Genaue Statistiken liefert der Saisonrückblick Anfang August.


Exakt bei 100 Punkten gelandet: Göttingen hat vieles richtig gemacht!


Und die Redner? Da war es vor dem Turnier ja noch sehr spannend und die Top10 wurden tatsächlich kräftig durchgerüttelt. Christoph Saß kann neben zahlreichen anderen Siegen nun auch die goldene DDL-Medaille für  sich verbuchen. Dahinter muss Lennart Lokstein sich nun doch mit Silber begnügen, nachdem er lange die Spitzenposition innehatte. Robert hüpfte ganze drei Pllältze nach vorne und schubste alle anderen Rivalen vom Podest. Willkommen in den Top-3-Rednern, Göttingen!  Immerhin ein weiterer Mensch aus der Mitte Deutschlands findet sich ebenfalls in den Top10. Wieder können wir einige neue Redner in den Top20 begrüßen, darunter den Top-of-the-Tab Daniil Pakhomenko. Bisher in der Saison nur auf einem Turnier gesehen, kann er sich 30 Punkte aus Heidelberg sichern.
Aus Sicht des Clubs sind die Top10 dieses Jahr bunt durchmischt. Machten letzte Saison noch 4 Clubs die Plätze unter sich aus, sind es dieses Mal gleich 6. Iserlohn zeigt sich mit immerhin einem Redner in der Tabelle, auch Hamburg und die BDU sind ein wenig einsam auf den vorderen Plätzen. Zahlreicher finden wir Mainz, Tübingen und Münster. Die letztjährig vertretenen Redereiler müssen sich dieses Jahr geschlagen geben.

Jakobus Jaspersen war dieses Jahr auf jedem Turnier als Redner vertreten - außer auf dem selbst Ausgerichteten.







Montag, 27. Juni 2016

Über Schönheit lässt sich nicht streiten



Da hatte sich jemand ganz schön aus dem Fenster gelehnt: Magdeburg kündigte sich als die Stadt an, die die Schönste an der ganzen Elbe ist. Nun, die Elbe haben wir so nicht sehen können, aber schön war’s auf jeden Fall. Der ganz eigene Ostcharme strahlt einem schon entgegen, wenn man die Stadt nur von weitem sieht. Eignen wir uns in dem Fall einfach darauf, dass Schönheit immer auch subjektiv ist. Der Turnierort, der war dann ja doch sehr ansehlich und die Debatten waren natürlich unbestritten sehr, sehr schön. Schuld daran waren 16 Teams aus 16 verschiedenen Clubs und deren JurorInnen. Natürlich ließ sich auch die Stadt blicken, die ihren Titel als „schönste Stadt an der Elbe“ gerne verteidigen wollte: Hamburg verpasste den Finaleinzug trotzdem knapp. Gut, dass solche Diskussionen eher an anderer Stelle ausgetragen wurden.
Bei fast wolkenlosem Himmel und höchstsommerlichen Temperaturen – zumindest im Inneren der Räume – vergingen die vier Vorrunden viel zu schnell. Um aber das Turnier nicht so früh beenden zu müssen, setzten die Organisatoren gleich noch ein Halb- und Finale an. Trotzdem konnten einige unermüdliche Plappertaschen gar nicht genug vom freien Reden bekommen und veranstalteten unter freiem Himmel beim Abendessen eine Spaßdebatte für alle, die der Sucht des Debattierens nicht entkommen konnten. Der zweiten Sucht aller Debattierer, dem Feiern, konnte am Abend fröhlich gefröhnt werden. An günstigem Alkohol mangelte es nicht und wie der Tag begann: mit dem Charme des Ostens, so endete er auch wieder in einer Clubkaschemme direkt an der Uni.
Doch wie schlugen sich eigentlich die lieben Göttinger, die zu diesem Zeitpunkt noch ganz knapp nicht Sieger der DDL sind? Nun, die mussten sich einem Team Redereiler geschlagen geben. Im Finale konnten die Heidelberger alle Trophäen, einschließlich des Publikumspreises, abräumen. Außerdem widerlegten sie erfolgreich, dass die Glocke eine unüberschreitbare rote Linie ist. In der Tabelle wirft sie das immerhin einen Platz nach vorne. Während Göttingen weiter voran galoppiert, ist dahinter vor dem (vielleicht) letzten Turnier der Saison noch alles offen. Tübingen rettet sich mit einem Punkt Vorsprung doch wieder aufs Podium, dicht gefolgt von Münster und Hamburg. Zwischen Platz 2 und 7 liegen nur 10 Punkte! Man muss kein Mathegenie sein, um zu erkennen, dass es ein verdammt enger Kampf um das Treppchen geben wird. Wir sind gespannt, wie sich die Teams auf dem HeidelBÄM schlagen werden. Ganz neu dabei: Augsburg! Darauf ein dreifach donnerndes: Hallo! Hallo! Hallo! DDL-Land wächst und wächst und gedeiht dabei ganz prächtig.



Ein Punkt mehr, liebe Göttinger, es hätte nur ein Punkt mehr sein müssen


Und wie es erst bei den einzelnen Rednern wächst: 287 verschiedene Debattierer konnte man bisher auf Turnieren beobachten. Das bedeutet natürlich auch, dass der einzelne Redner nicht so häufig wieder in Erscheinung tritt, wie es die letzte Saison noch der Fall war (für Statistikfans: die Anzahl der Turniere hat sich dabei leider nicht erhöht. Mehr dazu aber in unserem DDL-Abschlussbericht). Die jedoch größte Nachricht (an dieser Stelle einen Trommelwirbel einführen): Lennart Lokstein wurde als führender Einzelredner abgelöst. Nun, ganz so überrascht sind wir irgendwie doch alle nicht mehr, wenn wir hören von wem. Das scheint das Jahr des Christoph Saß zu werden. Mit zwei Top-of-the-Tabs und einem zweiten Platz sichert er sich souverän das Goldtreppchen. Mit zwei weiteren ToTs, die sich Lennart geschnappt hat, bleiben gar nicht mehr so viele übrig. Mit 23 Plätzen macht Sabrina Effenberger nach diesem Wochenende den größten Sprung nach vorne, schrammt jedoch trotzdem knapp an den immer noch männlichen TopTen vorbei. Man darf die Hoffnung nicht aufgeben – liebe Frauen, wer hat Lust auf einen Melonenschnaps im schönen Heidelberg in drei Wochen? Doch verlassen wir dieses Dauerthema und werfen einen ersten Blick auf die Saisonstatistiken. Dank Potsdam war die BDU dieses Jahr bisher mit den meisten (unterschiedlichen) Rednern vertreten. Gleich 25 Berliner begrüßten wir in ganz Deutschland. Knapp dahinter finden sich Münster und Mainz. Göttingen schickte zwar nur 10 Leute auf Turniere, dafür bekamen aber auch alle 10 dort Punkte für die Einzelrednertabelle. Liebe Göttinger, irgendwas habt ihr dieses Jahr verdammt richtig gemacht.
Und wer weiß, vielleicht können wir alle in drei Tagen auf euren Sieg anstoßen!

Konrad bleibt trotz nur dreier Starts in Reichweite des Podiums