Die Deutschsprachige Debattierliga (DDL) ist der Zusammenschluss dezentral organisierter Debattierturniere im deutschsprachigen Raum zu einem gemeinsamen ganzjährigen Wettbewerb. Gewertet werden die Leistungen von Clubs, Rednern und Juroren.
Das Regelwerk der DDL findet sich hier, Kontaktaufnahme mit den Koordinatoren Leonardo Martinez und Sibylla Jenner ist jederzeit per E-Mail möglich.

Dienstag, 20. Mai 2014

Über Heidelberg lässt sich nicht Neckern

Achtung ausgelutschtes Wortspiel!“(Sarah K.)
Das können wir schlagen!“ (Anonymer FDL-Koordinator)

Liebe Leser an den Empfangsgeräten,

[Disclaimer: Dieser Text wurde in Heidelberg geschrieben und sollte zeitnah veröffentlicht werden. Aufgrund des Bedürfniss der outgesourcten (Ja das ist ein deutsches Wort) Kontrollabteilung auch ohne Debattierturnier zu feiern sind Text und Inhalt nicht nach dem "vier Augen und mindest ein gesunder Menschenverstand" Prinzip geprüft.]
[Notiz der Kontrollabteilung: Text geprüft und genehmigt. 大兴区, 北京, 2013-05-22]

diese Debattiersportberichterstatung wird euch gesponsert durch die Heidelberger Innenstadt, die warme Sonne, den Neckar und einem schummrigen Gefühl, das sich aus Restalkohol und Müdigkeit ergibt. Wer jetzt denkt - 'türlich, war ja gestern DFB-Pokalfinale - der hat für ein Debattier überdurchschnittlich viel Ahnung von Fußball und vergisst zugleich, dass in Heidelberg eine Post-Turnier-Feier stattfand. Und wie da die Post abging! Denn was macht man als Debattierer, wenn die Hausparty in einer Location (Privatwohnung klingt einfach zu klein) stattfindet, in der man locker auch 6 Debatten parallel hätte abhalten können? Feiern. Aber vorher debattieren! Und da sind wir dann auch schon beim Zweck dieses Blogs. Es gab 3 Vorrunden und ein Finale. Es stritten 18 Teams aus 16 Clubs um 4 protzige Pokale! Gewonnen hat das Team "SK-BP feat. Tobi K." (oder so ähnlich) aus, der Leser mag es fast erahnen: Marburg.

Andersrum hieße es hinter Tübingen ist Nahrburg; auf jeden Fall TüRingen beide Clubs um die Spitze
Für die Namensrechte (und für Annna Mattes) muss Marburg jedoch 1/3 der Punkte an die SKB abtreten. Dadurch kann Tübingen mit dem zweiten Platz 2 Boden gut machen und steht nun den Gegenwert eines 9ten Platzes hinter den Turnierausrichtern des Brüder Grimm Cups am nächsten Wochenende.

Dahinter zeigt Mainz, dass sie sich nicht von der BDU überholen lassen wollen. Auf Platz vier des Tabs treffen wir einerseits Bayreuth, die Ausrichter der letzten Woche, ergänzt um einen Leipziger und auch Münster, die offenbar durch unseren Blogpost motiviert wurden zum zweiten Mal in 8 Turnieren zweistellig zu punkten. Aber da auch die Bonner da waren und sich direkt hinter Münster punkteten, bleibt auch der Kampf um Platz 5 spannend.

(Keine?) Stallorder: Lokstein verdrängt Gütschow von der Poleposition.
Vorne haben wir einen (den von uns vorhergesagten) Wechsel zwischen Lennart Lokstein aus Tübingen und Konrad Gütschow aus dem gleichen Club. Da das Tab uns verrät, dass Konrad ein Punkt zum Gleichstand und einen weiteren zum Verstärken seiner Position gefehlt hat, können wir nur sagen: Das war sehr knapp. UND wir können frei Spekulieren. Gut unterrichtete Kreise berichten, dass Tübinger Redner exzellent auf das OPD Regelwerk dressiert sind. Da mag man sich fragen, ob der Streitkultur-Vorstand hier ein künstliches Bremsmanöver verordnet hat? Oder gibt es eine Verschwörung, die einen Keil in das Herz aller Streitkulturen treiben soll? Und wenn ja, was haben die Illuminaten damit zu tun?

Hinter den Tübinger Würstchen hat sich zunächst nicht sehr viel geändert. Aber immerhin sind mit Christian Zimpelmann, Sarah Kempf und Josh Kohal drei Redner in die Top 20 geklettert. Die OtTotT Dinos scheinen jedoch wie es derzeit Sitte ist einfach unabsteigbar. Interessant ist hierbei, dass die beiden Bonner genau 13 Plätze nach oben kletterten, also ihren relativen Abstand zueinander beibehielten.

Hier in Heidelberg ziehen langsam Wolken auf, eine Straßenmusikerband spielt ein Mashup von "Oh, when the saints" und der "Moritat von Meckie Messer". Die FDL freut sich auf das nächste Wochenende in Marburg, wartet genauso gespannt auf Last Minute Turniermeldungen wie auf die DDM. Bis in einer Woche!

P.S.Liebe Heidelbären. Vielen Dank, es hat uns sehr gefallen, wir kommen gerne wieder.
P.P.S Wenn dieser Text veröffentlicht wird ist der Autor nicht mehr in Heidelberg, eine etwaige implizierte Obdachlosigkeit liegt nicht vor.

Montag, 12. Mai 2014

Wir waren im deutschen Albuquerque, hatten aber Spaß ohne blaues Zeug

Liebe Leser an den Empfangsgeräten,

denkt man an Bayreuth fällt einem kulturbeflissenem  „Wagner“ ein, ein Historiker sagt Braune Idieologiebühne, ein Debattierhistoriker (DDGler genannt) denkt an einen Professor und Debattierer denken: „Cooler Klub, schönes Turnier, wechselhaftes Wetter, Motions zum Sterben“. Und mit diesen einleitenden Worten freuen wir uns, dass Bayreuth sich wieder unter die Ausrichter wagt. Hier also mit Umschweifen die Ergebnisse des Bayern Cups und einen Glückwunsch an den besten (von zwei) bajuwaren Clubs nach München. Wir freuen uns auf ein Turnier bei euch.

Da ist was anders als zuletzt. Wer findet die Änderung? Der Trend verrät es!

Was fällt dem routinierten Blogleser oder dem verirrten Leser der ordentlichen Presse auf? Tübingen steht nicht mehr auf Platz 1! Wie kommt denn das, wo kommen denn diese „Marburger“ her? Aus dem Windschatten sagen wir. Bis Freiburg waren beide Clubs nahezu gleichauf und verfolgten gemeinsam Mainz. Doch in Berlin zeigten Marburg und Mainz Schwäche und wurden folglich abgehängt. Doch diesmal nutze Marburg die Kräfteaufteilung qua Doppelbelastung durch ein zweites Turnier der Konkurrenz aus und nahm sich 20 Punkte, wo bei anderen die Motoren versagten. Auf dem vierten Platz läuft sich die BDU als stärkster Club der letzten drei Turniere für den Endspurt warm.

Mit dem Mainzer Patzer gibt es jetzt auch nur noch einen „Dauerpunkter“: Münster.  Der mit einem durchschnittlichen 7. Platz pro Turnier und 0,7 Punkten pro angetretenem Redner ineffizienteste Club der Top 10 kriecht als das fleißige Eichhörnchen an den Bonnern vorbei. Gleichauf mit Bonn ist Dresden. Neu unter den bepunkteten Clubs begrüßen wir Bielefeld, die durch ein Mixed-Team mit Aachen 4 Pünktchen bekamen und Jena, die durch den vierten Platz satte 12 Punkte einsammelten. Dafür braucht Münster im Schnitt 2 ½ Turniere. Platz 3 und jeweils 7 Punkte geht an das zweite Aachener Mixed-Team zusammen mit Göttingen.

Die OtTotT werden verdrängt. Noch 3 Redner fehlen und ihre Erfolge verschwinden aus der Tabelle

In der Rednertablle hat sich laut Trend nicht sehr viel verändert. Große Sprünge machten nur die Teams Aachen/Göttingen und Marburg. Vera Bartsch hechtet beachtliche 39(!) Plätze nach vorne, volle 40 wären es gewesen, wenn Philipp Schmidtke sich nicht mit einem Punkt mehr vor sie gesetzt hätte. Veras Teampartnerin Franziska Frese ist die dritte neue in den Top 20 und könnte mit dem nächsten Turnier in die Top 10 vordringen. Vorgemacht hat das Ruben Brandhofer, welcher punktgleich mit seinem Teampartner Tobias Kube die besten Einzelrednerpunkte einfuhr. Somit sitzen in den Top 4 zwei Marburger und zwei Tübinger. Jeder der Top 6 kann rechnerisch mit dem nächsten Turniersieg die Poleposition einnehmen. Doch der immer noch führende Konrad Gütschow kann sich bei einem zweiten Platz das Gelbe Trikot teilen oder es gegen Platz 4 und tiefer sogar verteidigen.

Kann Tübingen zurückkommen? Wird Münster wieder punkten? Wird Konrad G. die Spitze verteidigen? Kann Tobi K. in Marburg genauso gut antreten und ausrichten wie Konrad? Und wann wissen wir endlich wie viele Turniere noch kommen? Antworten hierauf gibt es nächste Woche. Hoffen wir zumindest.

pks/mc