Die Deutschsprachige Debattierliga (DDL) ist der Zusammenschluss dezentral organisierter Debattierturniere im deutschsprachigen Raum zu einem gemeinsamen ganzjährigen Wettbewerb. Gewertet werden die Leistungen von Clubs, Rednern und Juroren.
Das Regelwerk der DDL findet sich hier, Kontaktaufnahme mit den Koordinatoren Leonardo Martinez und Sibylla Jenner ist jederzeit per E-Mail möglich.

Montag, 31. Juli 2017

Saisonabschluss in Greifswald: Der Boddencup

So geht es vorüber, das Debattierjahr: Gerade erst in Freiburg gewesen und schon ist die Saison wieder vorbei. Der Boddencup erlangte in diesem Jahr wieder seine über Jahre eingeübte Position als letztes Turnier der Saison zurück.

Zunächst einmal zu den Rahmendaten: Der Boddencup findet in Greifswald nahe des Greifswalder Boddens (einem Flachgewässer-Ausläufer der Ostsee) statt, tief im Nordosten von McPomm. Greifswald ist eine alte Hansestadt mit einigen bildhübschen Ecken, insbesondere nahe des in die Ostsee laufenden Flusses Ryck. Die Universität Greifswald ist schon sehr alt, so wie auch der Debattierclub Greifswald, der zu den ältesten in Deutschland gehört.

Die Unterbringung beim Boddencup ist berühmt-berüchtigt für ihre Rustikalität, aber auch ihren besonderen Flair. Die DDL-Koordinatoren durften Vorlieb nehmen mit einer Pfadfinderunterkunft (mit eigener Dusche!). Andere Turnierteilnehmer mussten sich morgens zum „Duschdienst“ an zentraler Stelle einfinden. Das Turnier mit seinen fünf Vorrunden und Halbfinale fand in der Germanistik statt, das Finale in einer Art Disko zwischen Schrebergärten weiter außerhalb.
Am Freitagabend versammelten sich alle Turnierteilnehmer zunächst noch in einer Bar am Fuße des Greifswalder Doms.

Nach einer unser Wahrnehmung nach allseits geruhsamen Nacht folgten am Samstagmorgen das Frühstück und die ersten Vorrunden. Etwas überraschend für alle: Eigenes Mittagessen gab es nicht, dafür Brötchen in allen Formen und Farben mit Pesto, Bierwurst, Käse, Marmelade, etc. oder auch Kombinationen derselben. Die Berliner Dominanz der letzten Jahre war dieses Jahr weniger stark ausgeprägt als gewohnt, aber insgesamt doch 4 BDU-Teams traten an.

Abends ging es dann mit Autotransfer zum Grillen (keine Brötchen!) an den Strand, einige Debattierer (darunter ein DDL-Koordinator!) stürzten sich in die (weitgehend flachen) Fluten. Der DC Greifswald leistete auch hier (wie das ganze Turnier über) einen großartigen Job in Sachen Gastfreundschaft und lasen fast alle Wünsche von den Lippen ab. Wiederum per Privatautotransfer schloss sich an den Strandabend noch eine Clubnacht im sehr studentischen Greifswalder „Mensaclub”.

Am Morgen des Sonntags fand noch die fünfte Vorrunde und anschließend das Halbfinale statt. Parallel zum Gepäcktransport per Auto legte der zuschauende Teil des Teilnehmerfeldes den Weg zur Finaldisko zu Fuß zurück.

Insgesamt ein wunderbarer Wiedereinstand des Boddencups mit großartigen Greifswalder Debattierern und vielen schönen Orten, bei dem eventuell das etwas einseitige Essensangebot den Samtag über verbessert werden könnte.

Mit dem Boddencup endete auch die aktuelle Saison der DDL, dazu mehr im Abschlussartikel.

Nun ersteinmal die Ergebnisse aus Greifswald, die gleichzeitig auch den Endpunktestand der DDL ergeben:

Clubtabelle nach dem Boddencup, Punktezusammensetzung aus Gründen der Kompaktheit weggelassen
Das Turnier gewinnt der Vorjahressieger Göttingen, der in dieser Saison weitgehend unauffällig geblieben ist (außer, dass er der Heimatclub der Koordinatoren ist, natürlich…). Die dadurch gewonnenen 20 Punkte können aber höchstens kosmetische Korrekturen an der Tabelle vornehmen. Hamburg sichert sich durch den Halbfinaleinzug und das Nicht-Gewinnen des BDU-Teams im Finale den DDL-Sieg, Berlin knapp dahinter. Münster erobert auf den letzten Metern noch die Bronzemedaille. Herzlichen Glückwunsch!

Einzelrednertabelle nach dem Boddencup, damit gleichzeitig DDL-Endstand
Im Einzelrednerranking belegt, wie schon vorher klar war, Sabrina Effenberger mit grandiosen 90/90 Punkten Platz 1 in der Einzelwertung. Durch seine Platzierung an der Tabellenspitze beim Boddencup kann Christoph Saß nun noch zu Jakobus Jaspersen aufschließen, die zusammen Platz 2 belegen. Die Heidelberger Rederei ist als Club an der Spitze am stärksten vertreten, dahinter folgt eine bunte Mischung verschiedenster Clubs. Die Top 20 sind wieder tendenziell männlich dominiert, aber immerhin liegt die Frauenquote schon bei 25%. Da geht noch mehr, Sabrina macht es vor!

Damit ist das Punktesammeln in der DDL-Saison nun abgeschlossen, im folgenden Abschlussartikel blicken wir noch einmal auf die Saison zurück und werten einige Statistiken aus.

Montag, 10. Juli 2017

Reden wie Beethoven -- Der Redhoven-Cup in Bonn

Zwei Fragen möchte dieser Artikel zunächst einmal klären:
  1. Hä??!? „Redhoven“? Versteh' ich nicht…
  2. Was dauert da eigentlich immer so lange mit den Artikeln?
Zum ersten Punkt: Aus Sicht der hier schreibenden Koordinatoren ist der Turniertitel eine Anspielung auf den 1770 in der Rheinmetropole geborenen Komponisten Beethoven, der bis zu seinem Umzug nach Wien dort wirkte. (Gemäß des alten Witzes locken die Österreicher ja stets die besten deutschen Komponisten zu sich und schicken im Gegenzug… Ihr wisst schon.)
Kombiniert man nun den Komponisten mit der einem Debattierturnier eigenen Betätigung des „Redens“, erhält man „Redhoven“, ganz einfach.

Andere Turniere könnten sich hiervon inspirieren lassen: Wie wäre es mit dem besonders gefühlsbetonten „Emozartcup“ in Wien, dem BPS-Turnier „Bachclash-Cup“ in Leipzig oder den „Haydnlärmdebatten“, die wahrscheinlich ein OPD-Turnier wären.

Der Namensgeber des Turniers während seiner 15 Minuten Vorbereitungszeit: „Hmm… Bringe ich das Argument in Dur oder in Moll?“

Zur zweiten Frage: Zunächst einmal sind wir natürlich auch mal mehr oder weniger beschäftigt neben der Koordinatorentätigkeit. So kommt es mitunter vor, dass die Ermittelung der Ergebnisse und das Schreiben dieses Artikels einige Tage liegen bleiben.
Zu unserer Ehrenrettung sei aber hinzugefügt, dass wir durch die Einführung der Jurierpunkte im Vergleich zu früheren Saisons auch deutlich mehr Daten einholen müssen, nämlich alle gebreakten und angetretenen Juroren, was aus den normalen Tabs ja nicht hervorgeht. Der Postwechsel diesbezüglich dauert auch nicht selten seine Zeit. Wir hoffen, es wird sich immer weiter ins Bewusstsein einnisten, dass die DDL auch diese Daten vollständig braucht.

Stimmen von teilgenommenhabenden Personen loben den Redhovencup als hervorragend organisiert mit einer minutiösen Einhaltung des Zeitplans, selbstgekochtem Essen mit Tomatensuppe und Tsatsiki-Kartoffeln. Insbesondere das abendliche Social direkt am Rhein begeisterte.
Sportlich zeichnete sich auch der Redhovencup durch ein sehr starkes Teilnehmerfeld aus, darunter das schon vom Streitkultur-Cup bekannte Debattierkombinat Haffert². Wie im Artikel der Achten Minute schon festgestellt, gab es sehr viele gemischte Teams aus verschiedenen Clubs bei diesem Turnier.
Ausdrücklich beglückwünschen möchten wir dabei das Kleine-Clubs-Mixteam aus Kaiserslautern und Saarbrücken, das den Einzug ins Halbfinale schaffte.
Nachdem zu Beginn u. a. per Facebook die katastrophale Anmeldelage bei Juroren bemängelt wurde, schien das doch seine Wirkung zu zeigen, so dass die Juriersituation am Ende dann akzeptabel war.

Kommen wir nun zu den Ergebnissen:
Clubtabelle nach dem Bonner Redhovencup
An der Spitze der Clubtabelle verändert sich nicht mehr viel, Hamburg verteidigt die Spitzenposition, Berlin dahinter. Die Rederei und der DC Münster tauschen den Bronze-Rang. Grundsätzlich liegt vor dem letzten Turnier der Saison in Greifswald nun der Ball im Feld der Hamburger. Sie haben die Möglichkeit, das Ding nach Hause zu holen. Sollte der DC HH aber auf den letzten Meter schwächeln, ist der Abstand noch nicht groß genug, um sicher zu sein. Gerade die BDU könnte bei ihrem traditionellen Heimspiel in Greifswald noch einmal richtig angreifen.

Abschließend das Ranking für Einzelpersonen:
Durch einige abgesagte Turniere kommt die DDL dieses Jahr doch nur auf 10 Turniere. Dadurch gehen entgegen der bisher getroffenen Annahmen doch nur drei Turniere in die Einzelwertung ein. Damit allerdings jetzt schon fest, dass Sabrina Effenberger die Maximalpunktzahl geholt hat: 90 Punkte, mehr geht nicht! Der erste Platz ist ihr damit nicht mehr zu nehmen.
Möglich wäre nur, dass Jakobus als einziger Doppel-30er in der Tabelle noch durch eine „Top of the Tab“-Platzierung gleichzieht und es einen geteilten ersten Platz gibt.

Einzelrednertabelle nach dem Redhovencup in Bonn

Alles weitere in Greifswald, es geht auf die Zielgerade!